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Schweizer Unifrauen im Europavergleich

Auf den Stufen der Karriereleiter nimmt der Frauenanteil im universitären Bereich stetig ab. Und im Europavergleich schneidet die Schweiz unterdurchschnittlich ab.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte am Donnerstag Zahlen aus dem Bericht «She Figures 2012» der EU. Demnach beträgt der Frauenanteil in der Professorenschaft der Schweizer Hochschulen 26 Prozent. Im europäischen Durchschnitt sind es dagegen lediglich 20 Prozent.

30 Prozent der Schweizer Forschenden sind Frauen; der europäische Durchschnitt liegt bei 33 Prozent. Doch die Forscherinnen holen auf: Ihre Anzahl stieg 2004 bis 2008 jährlich um 4,6 Prozent, die der Männer um 0,3 Prozent. Laut BFS dauert es aber noch viele Jahre, bis das Gleichgewicht zwischen Mann und Frau erreicht ist.

Unter den Studierenden sind die Anteile von Männern und Frauen in etwa gleich gross: Die Frauen waren unter jenen, die 2010 das Studium mit einem Bachelor oder Master abschlossen, sogar leicht in der Überzahl (52 Prozent). Damit hinkt die Schweiz dem europäischen Mittel von 59 Prozent hintennach.

Doch je höher die Hierarchiestufe, desto weniger Frauen erreichen sie. In der Schweiz sind 42 Prozent der Doktoranden weiblich – das bedeutet einen der hinteren Ränge in Europa. Der europäische Mittelwert beträgt 46 Prozent.

Erziehungswissenschaften gefragt

Immerhin lässt sich feststellen, dass der Anteil der Doktorandinnen in der Schweiz von Fach zu Fach stark variiert: Von den Doktorierten in Erziehungswissenschaften waren 63 Prozent Frauen. In Mathematik und Informatik promovierten 35 Prozent Frauen, in technischen Wissenschaften dagegen lediglich 23 Prozent.

In Schweizer Forschungsräten waren 2010 nur 21 Prozent (europäisches Mittel: 36 Prozent) der Mitglieder weiblich. 16 Prozent (15,5 Prozent) der Hochschul-Institutionen wurden von Frauen geführt.

Noch weniger Frauen in der Privatwirtschaft

Unterschiede zeigen sich auch zwischen Hochschulen, Verwaltung und Privatwirtschaft: Während der Anteil der Forscherinnen 2008 an Hochschulen und bei der Bundesverwaltung unabhängig von der Stufe bei 34 respektive 33 Prozent lag, betrug er in Unternehmen gerade noch 19 Prozent.

Festgestellt haben die Statistiker auch, dass Förderagenturen Forschungsmittel verhältnismässig häufiger Männern zusprachen als Frauen. Der Unterschied wuchs in den vergangenen Jahren sogar: Während er 2002 bei 6,7 Prozent lag, waren es 2010 7,8 Prozent.

Für den Bericht «She Figures 2012» wurden Daten in den 27 EU-Ländern erhoben, zudem in der Schweiz, in Kroatien, Island, Israel, Norwegen und in der Türkei.

SDA/rub

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