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US-«Vogue» entschuldigt sich bei Muslimin

Für das Magazin abgelichtet zu werden, war ein Traum von Noor Tagouri, umso grösser ist die Enttäuschung der US-Journalistin.

Ein Traum wurde wahr, ein Albtraum auch: Noor Tagouri in der Februar-Ausgabe der US-«Vogue». (Bild: Instagram/Noor via Vogue)
Ein Traum wurde wahr, ein Albtraum auch: Noor Tagouri in der Februar-Ausgabe der US-«Vogue». (Bild: Instagram/Noor via Vogue)

Im September 2016 zierte Noor Tagouri das Titelbild des «Playboy». Dieser verzichtet seit März desselben Jahres auf Nacktfotografien, so liess sich die damals 22-jährige US-Journalistin als erste Muslimin fürs US-Magazin ablichten; sie zeigte sich lässig mit moderner Kleidung und Kopftuch.

Bild: Mit Lederjacke und Hidschab: Noor Tagouri 2016 im «Playboy». (Bild: Twitter@thepooluk
Bild: Mit Lederjacke und Hidschab: Noor Tagouri 2016 im «Playboy». (Bild: Twitter@thepooluk

Der «Playboy» hatte Tagouri für die Serie «Renegades 2016» ausgesucht: Die Strecke zeigte Menschen, die alles riskierten, um das zu tun, was sie lieben.

Gross war Tagouris Vorfreude, sich rund zweieinhalb Jahre später für die US-Ausgabe der «Vogue» fotografieren zu lassen. Ihre Bilder erschienen in der Februar-Ausgabe 2019 (mit Reese Witherspoon auf dem Cover). Aufgeregt liess sich Tagouri von ihrem Ehemann dabei filmen, wie sie im New Yorker Flughafen JFK eine Ausgabe des Modeheftes öffnete. «Das ist so cool, ich flippe aus», sagte sie in einer ersten Reaktion. Doch dann bemerkte sie einen Fehler: «Warte, halt.» Ungläubig schliesst sie die Zeitschrift und fragt: «Machst du Witze?»

Das Magazin identifizierte die Journalistin als pakistanische Schauspielerin. Statt Noor Tagouri steht neben den Fotos der Name Noor Bukhari.

Tagouri, die an der Universität von Maryland studierte, machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.

Nicht zum ersten Mal

Sie sei untröstlich und am Boden zerstört, schrieb sie via soziale Medien. Seit Monaten habe sie auf die Veröffentlichung der Bilder in der «Vogue» gewartet, einer ihrer Träume sei wahr geworden. Nun schmerze ihr Herz.

«Mein Name ist Noor Tagouri, ich bin Journalistin, Aktivistin und Rednerin», schrieb sie weiter. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sie in den Medien falsch dargestellt oder identifiziert worden war, selbst ihr Leben sei dadurch schon in Gefahr gewesen, so Tagouri.

Vogue: «Verursachten Peinlichkeiten»

Der peinliche Fauxpas erreichte die Verantwortlichen: «Wir bedauern den Fehler aufrichtig», schrieb die «Vogue». Man sei von der Möglichkeit, Tagouri zu fotografieren und ein Licht auf ihre wichtige Arbeit zu werfen, begeistert gewesen, «sie falsch identifiziert zu haben, ist ein schmerzhafter Fehltritt», heisst es weiter.

Die Redaktion werde sich künftig bemühen – insbesondere bei Themen über Nicht-Weisse – nachdenklicher und vorsichtiger zu sein. Es folgte eine Entschuldigung «für die Peinlichkeit, die wir Tagouri und Bukhari verursacht haben».

Von der «Vogue», die sie so sehr respektiere und seit ihrer Kindheit gelesen habe, hätte sie das niemals erwartet. Falschdarstellungen und Fehlidentifikationen seien für Muslime in den USA ein ständiges Problem, schrieb Tagouri, die auch davon träumt, die erste Hidschab-tragende Moderatorin im US-Fernsehen zu sein. Leicht resigniert fügte sie an: «Ich fühle mich geschlagen.»

So erlebte Tagouri die Arbeit am «Playboy»-Set

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