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Wilde Frauen

Von Unwettern und ihren Namen und warum es auch in der Wohnung unserer Redaktorin manchmal stürmt.

Simone Lippuner

Die eingedrückte Stelle in der PET-Flasche ploppte zurück, was einen Knall erzeugte. Ich schreckte auf. Gegenüber verstrickte eine Frau Wolle zu einem Schal, den ich gut hätte gebrauchen können. Der Zug aus Biel fuhr in Bern ein. Rückenwind Sabine schob mich den Perron entlang vorwärts, lüpfte meinen Rock, fuhr durch meine Strümpfe über die Haut. Ich dachte an all die Stürme in den letzten Wochen. Lolita, Petra oder Sabine hiessen die Tiefs, um nur die mächtigen Frauen zu nennen. In den Verschnaufpausen waren Mädchen am Werk, die kaum die Kraft aufbrachten, Töpfe von der Terrasse zu werfen.

Wann hatte ich mein letztes Tief? Laut Google kam am 28. Oktober 2013 ein Orkan auf, der bei uns Christian hiess, in den englischen Medien «St Jude’s Day Storm» und in Schweden Simone genannt wurde. Der erste Sturmnamensgeber war der australische Meteorologe Clement Wragge. Von ihm liess sich der Autor George Steward inspirieren: Der Meteorologe benannte in seiner Novelle «Storm» Pazifikstürme nach Ex-Freundinnen. Fortan trieben über den Ozeanen nur noch wilde Frauen ihr Unwesen.

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