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«Indian Summer» am Doubs

Diese Jura-Tour führt ins Herz der Freiberge. Sie ist anspruchsvoll und abenteuerlich zugleich: Auf den Wanderer warten ein spektakuläres Gipfelerlebnis, ein brutaler Abstieg und bezaubernde Farbenspiele am Doubs.

Gelb-rot-braun-grün: Am Doubs spiegeln sich die leuchtenden Farben des Herbstes im Wasser.
Gelb-rot-braun-grün: Am Doubs spiegeln sich die leuchtenden Farben des Herbstes im Wasser.
Daniel Zahno

Mit «Indian Summer» bezeichnet man jene Zeit des Herbstes in Kanada und Neuengland, die durch das lebhafte Farbenspiel der orange-roten Wälder charakterisiert ist, verbunden mit einem oft strahlend blauen Himmel. Schon auf der Hinfahrt nach Muriaux werden wir daran erinnert, auf dem malerischen Hochplateau der Freiberge, und wenn wir ein paar Stunden später aus dem Urwald von Le Theusseret ans Ufer des Doubs treten, wird es uns beinahe die Sprache verschlagen ob der Farbenpracht. Aber der Reihe nach.

Bei Muriaux führt ein Strässchen vorbei an Pferdeweiden hoch Richtung Krete der Sommêtres. Bald zweigt ein Pfad rechts ab, und nach einer halben Stunde stehen wir auf dem Gipfel, der eine prächtige Aussicht bietet: Tief unten glitzert der Doubs, die Wälder rundum schillern in allen Farben, und auch die Zinnen der Sommêtres leuchten in der Sonne. Hier oben befindet sich übrigens eine gemütliche Hütte, die wie ein Adlerhorst in den Fels gebaut ist, in der man für wenig Geld übernachten kann.

Steiler Weg im Urwald

Zurück gehts auf der Krete, dann folgt ein unangenehm sumpfiges Wegstück, bei dem gutes Schuhprofil gefragt ist. Von ferne hören wir Kletterer in den Felszinnen der Sommêtres plaudern, aber wir können sie nicht sehen. Nach einer Weile geraten wir in den Urwald von Le Theusseret – wild ists hier, feucht, moosig und voll märchenhaft schöner Ecken. Aber der Abstieg ist brutal: so steil, dass an zwei, drei Orten kurze Leitern stehen, über die wir hinuntermüssen. Der Funfaktor ist gross, bei Nässe ist dieser Weg jedoch nicht zu empfehlen.

Wenn wir nach dem abenteuerlichen Trip bei Le Theusseret aus dem Urwald treten, bleibt uns die Spucke weg: Wie hier unten an den Ufern des Doubs die Wälder in allen Farben leuchten, wie sich die Bäume im Wasser spiegeln und eine Palette mit den schönsten Tönen bilden, ist überwältigend. Richtung Goumois orange-rot, flussaufwärts gelb, braun und grün, in immer neuen Nuancen, dazu die dunkle Melancholie und Poesie des Flusses. Nachdem wir es geschafft haben, uns von dem Anblick loszureissen, stärken wir uns im Restaurant Le Theusseret, das für seine Forellenspezialitäten bekannt ist.

Bequemer Weg am Fluss

Auf einem bequemen Weg gehts nun weiter den Doubs entlang nach dem Grenzdorf Goumois, wo wir nach einer guten halben Stunde eintreffen – angefüllt mit Gipfelglück, Urwaldzauber und einem fast schon indianischen Leuchten in den Augen.

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