Zum Hauptinhalt springen

Landeerlaubnis für fremde Ideen

Termine reservieren oder Nummern ziehen: Die Flugbranche lässt sich von Disney World oder Ikea inspirieren.

Wertvolle Erfahrung mit Kundenanstürmen: Der Einrichtungskonzern Ikea, hier in Vernier GE.
Wertvolle Erfahrung mit Kundenanstürmen: Der Einrichtungskonzern Ikea, hier in Vernier GE.
Christian Brun, Keystone

Was im Einzelhandel oder in Freizeitparks funktioniert, kann auch für die Flugbranche nicht falsch sein. Das scheinen sich einige Airlines und Flughäfen zu denken und kopieren fleissig Konzepte aus anderen Bereichen.

So bietet der Pittsburgh Airport seit Herbst 2011 Fast Lanes bei der Sicherheitskontrolle an. Dorthin dürfen alle Passagiere, die mit nur einem einzigen Handgepäckstück reisen. Das heisst: kein extra Laptop, keine Brieftasche oder sonstige Gegenstände. «Es ist ein bisschen wie im Supermarkt, wo es die Expresskassen für zwölf Artikel oder weniger gibt», erklärt Flughafensprecherin Joann Jenny. Allerdings könne man nicht schummeln wie im Supermarkt: «Da ist immer jemand, der zählt!»

Inspiriert von Disney World

Wer von Montreals Pierre Elliott Trudeau Airport abfliegt, kann sich vorab online eine feste Zeit für die Sicherheitskontrolle reservieren. Dazu müssen die Passagiere auf der Website des Flughafens ihre Fluginformationen und ihre Handynummer angeben und erhalten im Gegenzug eine Textnachricht mit der Uhrzeit. «Secur Xpress Online ist ein bisschen wie der Fastpass in Disney World», findet Flughafensprecher Francois-Nicolas Asselin.

Das Boarding bei KLM erinnert an das Nummernziehen bei Ikeas Warenausgabe: Passagiere erhalten je nach Sitzplatz eine Nummer und dürfen nur in der richtigen Reihenfolge boarden. Zuerst sind die Fensterplätze im hinteren Teil des Flugzeugs dran, dann die Mittelplätze und zum Schluss erst die Passagiere am Gang. Vorrang haben aber weiterhin Familien, Passagiere mit Behinderungen und Business-Class-Passagiere.

Kulturübergreifendes Nummernsystem

Nach KLM-Angaben lässt sich die Einsteigezeit einer B737-800 so um etwa 20 Prozent beschleunigen. Statt 22 Minuten würden nun durchschnittlich 17 Minuten gebraucht. «Das Nummernsystem ist für Passagiere aus verschiedenen Kulturen verständlich», erklärt Produktmanager Jan van Helden. «Schliesslich wird es in Postfilialen, beim Metzger, in Restaurants und Pizzaläden verwendet.»

KLM testet die neue Methode derzeit täglich auf drei Flügen von Amsterdam Schiphol: Berlin, Budapest und Helsinki. Bewährt sich das System, soll es in den kommenden Monaten auf weitere Verbindungen ausgeweitet werden.

Weitere spannende Themen aus der Welt der Passagiere, Airlines und Piloten finden Sie auf Aerotelegraph.com, dem unabhängigen Luftfahrt-Nachrichtenportal.

aerotelegraph.com/ab

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch