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Malerische Altstadt im beschaulichen Steyrdorf

Eine Städtereise der romantischen Art – so lässt sich ein Ausflug in die Stadt Steyr wohl am treffendsten beschreiben. Der Ort in Oberösterreich lockt durch unzählige historische Bauten und ihre ganz besondere Stimmung.

Der Aufstieg mit dem Nachtwächter über die 228 Stufen einer engen Wendeltreppe auf die Terrasse der Stadtpfarrkirche treibt einem den Schweiss ins Gesicht. Belohnt wird man mit einer grandiosen Aussicht über die am Zusammenfluss der Flüsse Enns und Steyr gelegene Stadt Steyr in Oberösterreich.

Bei einem Rundgang durch prächtige gotische und barocke Kirchen, durch enge Gässchen und romantische Hinterhöfe in der mittelalterlichen Altstadt, im beschaulichen Steyrdorf und im malerischen Wehrgraben erlebt man Geschichte pur. In alte Tracht gekleidet, mit Laterne und Hellebarde ausgerüstet, begleitet der Nachtwächter die Besucher und unterhält sie mit allerlei Geschichten und Sagen. Wer sich statt des Rundgangs für ein sogenanntes Dine-around mit dem Nachtwächter entscheidet, begibt sich zusätzlich auf eine kulinarische Reise vom höchsten Turm bis in den tiefsten Keller der Stadt.

In Steyr locken unzählige historische Bauten und die besondere Stimmung– in dieser attraktiven Stadt zu jeder Jahreszeit zu einem Spaziergang, zu einer Tour mit modernen Segway-Rollern oder einer Flossfahrt auf der Enns. Die Angebote der oberösterreichischen Küche sind ebenfalls nicht zu verachten. Moderne Geschäfte und kleine Bauernmärkte laden zum Bummeln ein. Kulturelle Highlights sind das Musikfestival Steyr, die Veranstaltungsreihe Schubert@Steyr und die Serenaden auf Schloss Rosenegg sowie zahlreiche Sportveranstaltungen und Brauchtumsfeste am historischen Stadtplatz.

Weihnachtspostamt Christkindl

Im Winter verwandelt sich Steyr in die offizielle Christkindlstadt Österreichs. Seit mehr als 300 Jahren pilgern Gläubige zu der wenige Kilometer ausserhalb der Stadt gelegenen Wallfahrtskirche Christkindl. Über das dortige Sonderpostamt werden Weihnachtsgrüsse in alle Welt verschickt und Kinderwünsche an das Christkind beantwortet. Zwei Weihnachtskrippen zeugen zudem von der langen Krippentradition Steyrs.

Die Umgebung der Romantikstadt bietet Wanderern, Velofahrern oder Reitern einzigartige Ausflugsziele. Ennstal- und Steyrtalradweg warten auf sportliche Radler, und von Steyr bringt die Steyrtalbahn – die älteste Schmalspurbahn Europas – die Besucher in verträumte Landschaften. Ein besonderes Naturerlebnis bietet der Nationalpark Kalkalpen vor den Toren der Stadt.

Wels – die grösste «kleine Stadt»

Die obligaten Nachtwächter-Rundgänge bietet auch das oberösterreichische Wels. Die Stadt – von den Römern «Ovilava» genannt – ist mit 60000 Einwohnern die grösste im Bund der «Kleinen Historischen Städte». Beim Stadtrundgang stösst man auf prachtvolle Bürgerhäuser und moderne Zweckbauten, romantische Arkadenhöfe, «In-Beisln» und gediegene Restaurants. Einen Blick sollte man unbedingt in das in einer schönen Villa untergebrachte «Lebensspuren Museum» werfen. Rund 650 Fachgeschäfte, lebhafte Fussgängerzonen, Strassenmusiker und Biergärten prägen das Stadtbild zusätzlich.

Unmittelbar vor den Toren der Stadt befinden sich attraktive Ausflugsziele – etwa der Zoo Schmiding bei Wels mit dem neuen Aquazoo, der Familienerlebnispark «Agrarium» mit seinen 60 Themengärten und das Benediktinerstift Kremsmünster mit seinen weltberühmten Kunstschätzen. In nur 45 Minuten ist man im Salzkammergut mit seinen klaren Seen und der herrlichen Bergwelt. Nach Salzburg fährt man in nur einer Autostunde.

Gmunden, die Keramikstadt

Etwa auf halbem Weg zwischen Steyr und Bad Ischl liegt die Keramikstadt Gmunden. Eine Stadt mit Kultur und Flair, romantisch und lebendig zugleich. Ein Ort mit Charme und Gegensätzen, am Ufer des Traunsees. Bekannt ist Gmunden insbesondere auch durch die TV-Serie «Schlosshotel Orth». Die Gmundner Altstadt bezaubert mit eindrucksvollen Gebäuden, dazu warten zahlreiche kulturelle Schätze und Ausstellungen darauf, entdeckt zu werden. So präsentiert das Kammerhof-Museum alte Stücke aus Keramik bis hin zur zeitgenössischen Kunst, das Schloss Weyer beherbergt eine bedeutende Sammlung an Meissner Porzellan, und in der Keramikmanufaktur lässt man sich gerne bei der Arbeit über die Schulter blicken. Musik- und Theaterfreunde kommen von Juli bis September bei den Salzkammergut-Festwochen auf ihre Rechnung.

Bereits im 11. Jahrhundert hatte sich der Ort zu einem wichtigen Umschlagplatz für den Salzhandel entwickelt und es damit zu wirtschaftlicher Blüte gebracht. Wegen guter klimatischer Verhältnisse und der landschaftlichen Schönheit des Salzkammergutes kamen im 19. Jahrhundert viele Adlige und wohlhabende Bürger zur Sommerfrische in die Stadt am Traunsee. Kaiser Franz Josef besuchte zum Beispiel regelmässig vor seinem Sommeraufenthalt in Bad Ischl das hannoveranische Königshaus in Gmunden, wo Europas Hochadel ein und aus ging.

Zusammen mit Altmünster, Traunkirchen und Ebensee bildet Gmunden heute die Ferienregion Salzkammergut. Kultur, Brauchtum, Sport, Reiten, Wandern, Biken, Tennis, Golf, Fischen, Segeln, Surfen, Fitness – Gastfreundschaft und Feriengenuss pur für Singles, Paare und Familien.

Bei «Kaisers» zu Besuch

Bad Ischl, das romantische Städtchen an der Traun, einem Donauzufluss, ist untrennbar mit seiner Rolle als Sommerresidenz des Hauses Habsburg verbunden. Erst halfen die Ischler «Badekuren» den Eltern des späteren Kaisers Franz Joseph, ihre Unfruchtbarkeit zu besiegen. Vier Prinzen bekam das Paar in den folgenden Jahren. So kamen die Söhne zum Spitznamen «Salzprinzen» und Ischl zum Ruf als reizvolles Gebirgsstädtchen mit wirksamen Kuranwendungen. 1849 hielt sich Franz Joseph erstmals als Kaiser in Bad Ischl auf, hier feierte er Verlobung mit seiner späteren Gemahlin Sisi.

Das Kaiserpaar residierte ab 1857 über viele Jahre im Sommer in der heutigen «Kaiservilla». Wer etwas auf sich hielt, fuhr in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur «Sommerfrische» nach Bad Ischl, das bald zum führenden Kurort Europas aufstieg. Zum höfischen Leben zählte natürlich auch ein reger Kulturbetrieb. Beim Spaziergang auf der Esplanade begegnete man Grillparzer, Stifter, Nestroy, den Strauss-Brüdern, Richard Tauber und Franz Léhar, der hier eine eigene Villa besass und 24 Operetten schrieb.

Behutsam modernisiert

Zwischen Kur und Spaziergängen traf man sich beim «KuK-Hofzuckerbäcker» Zauner, und am Abend amüsierte man sich im Theater bei einer Lehár-Operette. Schlendert man heute durch Ischl, erlebt man alte Traditionen fast genauso wie damals, bloss behutsam renoviert und modernisiert.

Das Zentrum erstrahlt in neuem Glanz, die Pfarrgasse als wichtiges Einkaufszentrum ist während der Geschäftszeiten Fussgängerzone, die Salzkammergut-Therme wurde modernisiert und mit Saunawelt, Whirlpool und neuen Becken erweitert. Das ehemalige Kurhaus und die Trinkhalle aus der Biedermeierzeit wandelten sich zum Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge, Empfänge und Ausstellungen, und im Musikpavillon im Kurpark stehen jährlich 300 Konzerte auf dem Programm.

Die Léhar-Villa dient heute als Museum, und die «Kaiservilla», in der viele Räume noch original eingerichtet sind, steht Besuchern von Mai bis Oktober zur Besichtigung offen. Traditionelle Wiener Kaffeehauskultur wird auf höchstem Niveau nach wie vor in der Konditorei Zauner zelebriert – sowohl in der Pfarrgasse wie auf der Esplanade.

Bis morgens um vier

Bei einem Aufenthalt keinesfalls fehlen darf ein abendlicher Rundgang durch die Ischler Beisl-Szene. «KuK», «Segafredo», «Stehbeisl», «Augustin Huber» und «Lafayette» gehören zu den Pflichtstationen und haben bis zwei, drei oder vier Uhr morgens geöffnet. Das «KuK» macht seinem Namen Ehre und ist mit Büsten und Abbildungen aus der kaiserlich-königlichen Zeit geschmückt. Das Klavier dient hier nicht nur als Dekoration – wem nach einer akustischen Kostprobe ist, darf es auch benutzen.

Bad Ischls Umgebung verfügt heute über rund 100 km gepflegte Wanderwege. Eine beliebte Wanderung führt auf die Hoisnradalm mit wunderbarem Blick auf Bad Ischl und den Dachsteingletscher. Gepflegte Reitanlagen, Tennisplätze und Tennishalle, geheiztes Parkbad, Sole-Hallenbad/-Sauna, Fliegenfischerzentrum und zirka 1200 km Rad- und Mountainbike-Wege runden das umfangreiche Sportangebot ab.

St. Wolfgang, Hallstatt und die benachbarten Seengebiete sind weitere attraktive Ausflugsziele. Im Winter kann man sich beim Skifahren, Langlaufen, Eislaufen und mit Pferdeschlittenfahrten vergnügen.

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