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«Ich musste eine Stunde lang telefonieren»

Wer in den letzten Tagen die «Coop-Zeitung» erhielt, wurde ungefragt Mitglied bei der Genossenschaft. Entgegen den Beteuerungen von Coop ist die Abmeldung mit Fallstricken verbunden.

Wer drin ist, kommt so leicht nicht wieder raus: Coop mit Sitz in Basel.
Wer drin ist, kommt so leicht nicht wieder raus: Coop mit Sitz in Basel.
Keystone

Martin Rudolf gehört zu den 130'000 Personen, die in den letzten Tagen ungefragt Mitglied der Coop-Genossenschaft wurden.

In ihren Briefkästen lag die «Coop-Zeitung» – teils trotz Aufkleber, man wünsche keine Werbung. Beiliegend ein Brief mit dem Hinweis, man könne die Mitgliedschaft problemlos kündigen. Ein kurzes Telefon, eine Mail, ein Besuch auf der Coop-Website oder ein Fax genüge dazu.

Gelöscht im dritten Anlauf

Ganz so einfach war es dann doch nicht, wie Martin Rudolf erfuhr. «Ich musste eine Stunde lang herumtelefonieren», sagt er. «Das war extrem nervenaufreibend.» Die auf der Coop-Website angegebene Telefonnummer führte ihn zunächst in ein Callcenter, berichtet Rudolf.

Dort sei er angewiesen worden, eine andere Hotline im Kanton Bern anzurufen. «Von den automatischen Mitgliedschaften wusste man dort aber nichts», erzählt er. Erst im dritten Anlauf klappte die Löschaktion, nachdem Rudolf einem weiteren Callcenter seinen Namen mitsamt der Adresse nennen musste.

«Das Ganze kam mir vor, als ob man mich bewusst hätte abwimmeln wollen», erzählt Rudolf, der auf seine automatische Neumitgliedschaft in der Coop-Genossenschaft durch die Lektüre des «Tages-Anzeigers» aufmerksam geworden war.

Zwei verschiedene Websites

Eine Nachfrage bei Coop offenbart, was Rudolf hätte anders machen müssen. «Die Probeabo-Aktion wurde in der ersten Nummer, die die Leute erhalten haben, genau erklärt», so Mediensprecherin Sabine Vulic. Sie verweist auf eine Textbox auf Seite 2 der betreffenden Ausgabe. Dort stehen unter anderem eine spezielle E-Mail-Adresse, eine Faxnummer sowie eine 0848-Gratis-Telefonnummer – es handelt sich um die dritte Hotline, an die unser Leser schliesslich weitergeleitet wurde.

Was in der Box ebenfalls ersichtlich wird: Wer sich aus der Datenbank austragen lassen will, muss nicht etwa die Coop-Website besuchen. Sondern die spezielle Website mit der Domain Coopzeitung.ch. Wer dort bis ganz nach unten scrollt und dann in der Rubrik Service die Unterrubrik Abo anklickt, gelangt in der Tat zu einem Onlineabmeldeformular.

Als Fazit der Werbeaktion bleibt: Via Werbezeitung Genossenschaftsmitglied zu werden, das geht bei Coop automatisch. Über die Genossenschaftshomepage das Blatt aber abzubestellen – dieses Unterfangen mündet, wie Martin Rudolf feststellen musste, in einer einstündigen Telefon-Odyssee.

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