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Niederlage für BSV BernLehrmaterial für weitere Aufeinandertreffen

Der BSV Bern verliert gegen die Kadetten Schaffhausen 23:27. Auf den Europacup-Achtelfinalisten treffen die Berner auch im Cup-Halbfinal.

Kaspar Arn (BSV, unten) wird von zwei Schaffhausern zu Boden gedrückt.
Kaspar Arn (BSV, unten) wird von zwei Schaffhausern zu Boden gedrückt.
Foto: Andreas Blatter

Der BSV Bern deutete auch gegen die Kadetten Schaffhausen an, dass er sich aus dem Formtief ­herausgekämpft hat, in dem sich die Berner im Februar befunden hatten. Man sah schöne Spiel­züge, spektakuläre Paraden des Torhüters und gelungene Abwehraktionen. Nur eben bei weitem nicht in dem Ausmass, das nötig ist, um den European-League-Achtelfinalisten zu bezwingen. Mitte der zweiten Halbzeit setzten sich die Gäste ab, nachdem der BSV mehrere gute Chancen nicht verwertet und den Kontrahenten durch Fehler zu Gegenstössen eingeladen hatte. Der Titelanwärter aus der Nordostschweiz gewann 27:23.

Das Spiel lieferte aus Berner Sicht Lehrmaterial für weitere Aufeinandertreffen in dieser Saison. Nach der Partie wurden in der Halle die Cup-Halbfinals ausgelost, und die Berner waren nicht vom Glück begünstigt. Möglich wäre ein Duell mit dem NLA-Dritten Kriens-Luzern oder dem NLB-Vertreter Chênois gewesen, der BSV erwischte jedoch mit den Kadetten den schwerstmöglichen Gegner. Wenigstens kann das Spiel – wohl am 24. ­April – zu Hause ausgetragen werden.

Kadetten nicht Erste

Es ist gut möglich, dass sich die beiden Teams danach auch im Playoff-Viertelfinal gegenüberstehen. Der BSV Bern ist derzeit auf Platz 7 klassiert. Gelingt es nicht mehr, Wacker Thun noch zu überholen. käme es zu einem Duell mit dem Zweiten der Hauptrunde. Und dieser dürfte Kadetten Schaffhausen heissen.

Im Spätherbst konnten die Nordostschweizer wegen mehrerer Corona-Fälle wochenlang nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Weil sie auch noch im Europacup vertreten waren, mussten sie in der Folgezeit viele Spiele in kurzer Folge bestreiten. Und konnten so in der Meisterschaft nicht mehr in allen Begegnungen die stärkste Formation aufs Feld schicken. Sie verloren so ­einige Punkte und werden – ­obwohl eigentlich die beste Equipe – wohl nicht aus der ­Leaderposition in das Playoff starten.

So könnte Michael Kusio zum Ende seiner Zeit beim Stammclub noch mehrmals auf seinen zukünftigen Arbeitgeber treffen. Der 22-jährige Linkshänder wechselt im Sommer nach Schaffhausen. «Darüber mache ich mir im Moment noch keine grossen Gedanken», sagt der Rückraumspieler. «Ich habe seit der Bekanntgabe des Wechsels das dritte Mal gegen die Kadetten gespielt, daher war es für mich nichts Spezielles.»

Kusio war nach einer Zehenoperation Mitte Februar erstmals wieder im Einsatz. Er erzielte drei Tore, die gewohnte Spritzigkeit und Schnelligkeit ging ihm jedoch ab. «Dafür brauche ich noch weitere Spiele», sagt er. Ihm kommt es entgegen, dass die Berner am Sonntag bei Endingen wieder im Einsatz stehen.

Mühlemann fällt aus

In zwei Wochen steht das erste Wiedersehen mit den Kadetten an. «Gegen ein Team dieser Klasse sollten wir weniger Fehler begehen und vor allem unsere Chancen konsequent nutzen», sagt Kusio. Es wird einen grossen Effort aus Berner Sicht brauchen, um im Cup den Traum von einem Titelgewinn aufrechtzuerhalten. Die gesperrten Ante Kaleb und Simon Getzmann werden dann wieder mit dabei sein. Wohl aber nicht Luca Mühlemann. Dem Kreisläufer droht wegen einer Handgelenkverletzung das vorzeitige Saisonende.