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Saisonstart der YB-Frauen«Lieber Champions-League-Hymne hören als im Cupfinal sein»

Die YB-Frauen starten am Sonntag in die neue Saison und treffen dabei auf Rekordmeister Zürich. Trainer Charles Grütter setzt sich mit den Spielerinnen zusammen ambitionierte Ziele.

Mit Zürich, Basel und Servette spielen die YB-Frauen (Marilena Widmer am Ball) gleich zum Saisonstart gegen die besten drei Teams der letzten Saison.
Mit Zürich, Basel und Servette spielen die YB-Frauen (Marilena Widmer am Ball) gleich zum Saisonstart gegen die besten drei Teams der letzten Saison.
Iris Andermatt

Wer am Donnerstagabend ohne Vorahnung SRF zwei eingeschaltet hat, mag wohl etwas überrascht gewesen sein. Denn neu übertragen die SRG-Sender bis zu neun ausgewählte Partien der Women’s Super League. Zusätzlich hat die höchste Schweizer Frauenliga mit Axa erstmals einen Ligasponsor.

YB-Akteurin Shenia Schmid, die sich neu das Captainamt mit zwei Kolleginnen teilt, sagt dazu: «Endlich erhalten wir eine Plattform, wo wir uns präsentieren können. Ich finde, der Frauenfussball hat diese Chance allemal verdient.»

Die defensive Allrounderin geht gar noch einen Schritt weiter: «Dass unsere Spiele im Fernsehen übertragen werden, spornt uns als Team an. Ich habe mich im Cupfinal 2019, als die Partie ebenfalls live im SRF lief, wie ein Star gefühlt», sagt Schmid lachend.

Happiges Startprogramm

Die Eröffnungspartie bestreiten die YB-Frauen jedoch nicht vor laufenden TV-Kameras. Die FCZ-Frauen werden am Sonntag (14 Uhr im Sportpark Wyler) zu Gast sein. «Zürich ist ein Topteam, wir werden gefordert sein», sagt Trainer Charles Grütter.

«Wir benötigen sicherlich in der Defensive eine sehr konzentrierte Leistung. Wir kennen aber die Schwächen der Zürcherinnen. Sie mögen es nicht so, wenn wir die Zweikämpfe aggressiv führen», erklärt Shenia Schmid.

Mit Basel und Servette warten nach dem FCZ-Spiel auf die YB-Frauen nicht weniger starke Gegnerinnen. Diese drei Teams belegten in der abgebrochenen letzten Saison die ersten drei Plätze. «Das Ziel ist, dass wir nach diesen drei Spielen auf dem richtigen Weg sind. Wie wir auftreten, steht im Vordergrund», gibt Trainer Grütter zu verstehen.

Die YB-Frauen wollen in der neuen Sasion vor allem die Torproduktion deutlich steigern.
Die YB-Frauen wollen in der neuen Sasion vor allem die Torproduktion deutlich steigern.
Iris Andermatt

Personell hat sich das Kader etwas verändert. Drei wichtige Teamstützen inklusive der Nationalspielerin und Ex-Captain Seraina Friedli haben das Team verlassen. «Natürlich können wir jemand wie Seraina nicht einfach ersetzen, auf oder neben dem Platz. Wir haben aber gute Lösungen gefunden», sagt Grütter.

Eine Lösung davon ist Shenia Schmid, die nun mehr Verantwortung erhält im Captain-Trio mit Aline Stöckli und Noemi Gillmann. Schmid selbst, sieht sich als Stimmungsmacherin im Team, sie sei immer für einen Spruch zu haben. «Bisher übernahmen andere das Wort in der Garderobe, wenn es dem Team nicht lief. Mir ist bewusst, dass solche Situationen auch auf mich zukommen werden.»

Als Saisonziele hätten die Akteurinnen hauptsächlich den Cupfinal genannt, so Trainer Grütter. «Ich würde nächste Saison lieber die Champions-League-Hymne hören, als im Cupfinal zu sein.» Damit müssten sich die YB-Frauen mindestens im zweiten Rang rangieren. Dann wären Partien vor TV-Kameras wohl nicht mehr die Ausnahme, sondern vielleicht an etwas, an die sich Schmid und Co. gewöhnen dürfen.