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Fehlstart des BSV BernLöchersieb statt Bollwerk

Der BSV Bern hat in den ersten drei Saisonspielen nicht gepunktet. Captain Tobias Baumgartner fordert, sich mehr auf das eigene Spiel zu fokussieren.

Der Krienser Hleb Harbuz taucht alleine vor dem BSV-Torhüter Mario Cvitkovic auf und trifft. Szenen dieser Art gab es aus Berner Sicht klar zu viele.
Der Krienser Hleb Harbuz taucht alleine vor dem BSV-Torhüter Mario Cvitkovic auf und trifft. Szenen dieser Art gab es aus Berner Sicht klar zu viele.
Foto: Andreas Blatter

Betrachtet man die statistischen Kennzahlen des BSV Bern, fallen neben der blanken Null bei den Punkten auch die Werte auf, die in den Rubriken geschossene und erhaltene Tore aufgeführt sind. Die Berner haben in drei Spielen 88 Treffer erzielt. Dies sind 20 mehr als Kantonsrivale Wacker Thun, der immerhin schon zwei Zähler geholt hat. Der BSV hat aber umgekehrt schon 98 Gegentore kassiert. Die Abwehr des Teams aus der Bundesstadt ist ein Löchersieb, den Kontrahenten fällt es einfach, in gute Abschlusspositionen zu gelangen.

Die Defensive war das grosse Problem der Berner Handballer in den ersten Saisonspielen. Angedeutet hatte sich das nicht, in der Vorbereitung stand die Abwehr gut. «Wir haben uns auf die falschen Sachen fokussiert», benennt Captain Tobias Baumgartner das Hauptproblem. Statt sich darauf zu konzentrieren, im einstudierten Abwehrsystem sauber zu agieren, habe man sich zu sehr mit den einzelnen Gegenspielern befasst. «Dies führte dazu, dass wir nicht mehr kompakt standen», analysiert Baumgartner. Die Defensivformation brach so auseinander. Man habe sich zu wenig gegenseitig unterstützt; als man Tor um Tor kassierte, habe sich jeder vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Die Analyse nach der 32:37-Niederlage in St. Gallen förderte zudem zahlreiche individuelle Fehler zutage. Fehler die am Donnerstag (19.45 Uhr) im Heimspiel gegen Suhr Aarau nicht mehr passieren dürfen. Zumal die Aargauer sich zuletzt ihrerseits als äusserst abwehrstark erwiesen haben und gegen Wacker nur 14 Gegentreffer zuliessen. «Wichtig ist es, dass wir jetzt unser Konzept durchziehen», fordert Baumgartner. Im Training habe man bereits bemerkt, dass fokussierter gearbeitet wurde.

Hohe Ziele

Der BSV verfolgt nach wie vor hohe Ziele. «Wir wollen unter die ersten 4», sagt der Captain entschlossen. «Wir können auch jedes andere Team in der NLA schlagen», ist er überzeugt. Nur geht das nicht mit solchen Darbietungen wie in den ersten drei Saisonspielen. Das Team von Trainer Aleksandar Stevic sollte vielmehr an die Leistungen in der Vorbereitung anknüpfen. «Da sind wir einfach aufs Feld gegangen und haben unser Spiel durchgezogen, wer auf der Gegenseite stand, war uns egal», sagt Baumgartner. Und die Ergebnisse waren gut; der Kantonsrivale aus Thun etwa konnte mit sechs Treffern Differenz bezwungen werden.

Der BSV-Vizecaptain Luca Mühlemann weist auf einen anderen wichtigen Punkt hin. «Wenn wir nicht von Beginn an aggressiv sind, gewöhnen sich die Schiedsrichter daran, dass mit wenig Körpereinsatz gespielt wird», sagt er. «Verteidigt man dann plötzlich härter, verteilen sie Zweiminutenstrafen für Aktionen, die eigentlich im Rahmen des Erlaubten liegen.» Das klare Ziel sei, dass die BSV-Abwehr wieder zu einem Bollwerk wird und kein Löchersieb mehr darstellt. Denn im Angriff, da sind sich Baumgartner und Mühlemann einig, habe man in allen drei verlorenen Partien eine gute Leistung gezeigt.