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Langenthaler WortgeschichtenMängisch

Halb daneben ist fast getroffen: An dieser Stelle interpretiert Stadtliterat Alexander Estis Mundartwörter auf seine Weise.

Als Bub hat Alexander Estis ein Zicklein entführt.
Als Bub hat Alexander Estis ein Zicklein entführt.
Bild: Alexander Estis/PD

Meine Mutter sagte früher immer zu mir: «Sei doch nicht so mängisch!» Und ich war es trotzdem. Denn ich war ein störrischer Bub. Was habe ich nicht alles angestellt! Einmal habe ich aus dem Stall auf dem benachbarten Bauernhof ein Zicklein entführt, es in Abwesenheit meiner Eltern in unsere karge Zweizimmerwohnung geschmuggelt und mit ihm gemeinsam den Garderobenschrank erklommen, der mir zuvor stets wie ein unbezwingbares Felsmassiv vorgekommen war. Zurückgekehrt, schüttelten die Eltern den Kopf und brachten das Zicklein zurück.

Doch das war früher. Inzwischen bin ich erwachsen geworden, arbeite als Architekt, bin vertrauenswürdig, zuverlässig und fleissig. Ich habe eine Frau, zwei Kinder und kein Zicklein, sondern einen Labrador.

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