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Jedem sein Paradies

Im Mittelalter stand der Garten für das Paradies. Das berühmte «Paradiesgärtlein» des Oberrheinischen Meisters offenbart lauter bi­blische Gestalten, Tiere und Blumen. Heiliges und Weltliches in der Analyse.

Ein Blick über den Gartenhag lohnt sich allemal. Denn im «Paradiesgärtlein» von 1415 gibt es symbolträchtige Blumen, umtriebige Heilige und diabolisches Getier. Das Meisterwerk des ­unbekannten Oberrheinischen Meisters befindet sich im Frankfurter Städel-Museum. Die Darstellung ist mit dem Bildtypus «Madonna im Rosenhag» verwandt, wobei Maria jeweils von Engeln flankiert unter Rosenranken sitzt.

In seiner kühnen Mischung aus Heiligem und Weltlichem ist das «Paradiesgärtlein» aber einzigartig. Die in einem Gebetsbuch lesende Maria (siehe Bild oben) ist ihrer Bedeutung halber etwas grösser dargestellt als die anderen Protagonisten. Auf einem Sitzkissen thronend und mit Krone auf dem Kopf erscheint sie als Himmelskönigin. Umgeben ist sie von Heiligen, die eine Art Hofstaat bilden.

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