Zum Hauptinhalt springen

Wirte widersetzen sich den Massnahmen«Man macht sich strafbar. Punkt»

Verzweifelt planen einzelne Besitzer die illegale Wiedereröffnung ihrer Restaurants. So reagieren die Leserinnen und Leser darauf.

Wirtin Daniela Liebi: «Wir müssen aufmachen, wir haben einfach kein Geld mehr.» (Archivfoto)
Wirtin Daniela Liebi: «Wir müssen aufmachen, wir haben einfach kein Geld mehr.» (Archivfoto)
Foto: zvg

Wirtinnen und Wirte wie Daniela Liebi, Gastgeberin im Restaurant Rothorn in Schwanden, bereiten die Wiederöffnung vor, weil ihnen das Geld ausgeht. Sie sehen einen Verstoss gegen die Corona-Massnahmen als letzten Ausweg (lesen Sie hier den ganzen Artikel). So reagiert die Leserschaft:

«Strafbar. Punkt»

Jeder, der ein illegal geöffnetes Restaurant betritt, macht sich strafbar. Punkt. Onlinekommentar von Marc Bürgler

@Marc Bürgler: Ja und? Waren Sie schon mal ohne Arbeit? Hatten Sie schon mal mit dem RAV und seinen Mitarbeitern zu tun? Mir scheint, dass viele Leser schlicht überfordert sind, sich breiter zu informieren. Onlinekommentar von Felix Kuster

@Felix Kuster: Aufs RAV zu gehen und eine Stelle zu suchen, ist doch kein Weltuntergang. Auch einen Kredit aufzunehmen, ist nicht das Ende. Ab Frühling/Sommer werden die Gäste wieder gern ins Restaurant gehen, wenn wir jetzt noch eine Weile diszipliniert sind. Onlinekommentar von Franziska De Min

«Das ist nicht der richtige Weg, sich zu wehren»

Ich habe für die Unzufriedenheit von der Schliessung betroffener Restaurantbetreiber bzw. Geschäftsinhabern und ihrer Mitarbeiter volles Verständnis. Hingegen ist der Weg nicht richtig, die Massnahmen zu missachten. Die meisten sind doch einem Wirte- bzw. Gewerbeverband angeschlossen. Warum nicht dessen Leitung beauftragen, dafür beim Bundesrat bzw. der Kantonsregierung vorzusprechen, auch für ausreichende Entschädigung. So ist eher etwas zu erreichen, denn Missachtung der Bestimmungen fördert die Ansteckungsgefahr, und das ist im Interesse von niemandem. Onlinekommentar von Hansruedi Hirschi, Wynigen

@Hansruedi Hirschi: Der Verband Gastro Suisse macht ja nichts. Betriebsinhaber wie Daniela Liebi will man schlicht opfern. Wenn der Staat mir ohne mein Verschulden meinen Betrieb schliesst, dann hat er mich für den Schaden voll zu entschädigen. Treibt er mich in den Ruin, dann habe ich alles Recht, mich durch zivilen Ungehorsam zu widersetzen. Onlinekommentar von Mark Keller

@Mark Keller: Nicht der Staat hat ihren Betrieb geschlossen, sondern das Virus. Onlinekommentar von Leonard Mathys

«Die Berner Regierung muss jetzt handeln»

Die Gesundheitsbehörden haben gut reden, deren Mitarbeitende haben ihren Lohn Monat für Monat auf sicher. Wenn die Behörden und die Politik wollen, dass Daniela Liebi sich an die Covid-19-Verordnung halten kann, dann müssen ihr jetzt die finanziellen Mittel zum Überleben zur Verfügung gestellt werden. Und zwar à fonds perdu. Darlehen helfen da gar nicht weiter, auch wenn sie zinsfrei sein sollten. Die Berner Regierung muss jetzt handeln, bevor es zu spät ist. Alles andere ist ein Hohn. Onlinekommentar von Mark Keller

«Ich unterstütze meine Lieblingsrestaurants»

In den USA sieht man gerade ein hässliches Beispiel, wie gegen demokratische Werte verstossen wurde. Ich hoffe, dass sich verantwortungsbewusste Gastronomen auf legalem Weg dafür einsetzen, dass sie finanzielle Unterstützung bekommen. Ein offener Tag würde die Finanzen sowieso nicht retten. Ich unterstütze meine Lieblingsrestaurants in der schwierigen Situation gern mit häufigeren Take-away-Abholungen und grosszügigerem Trinkgeld und hoffe so, dass es diese nach der Krise noch gibt. Ich werde aber garantiert Restaurants nie mehr besuchen, welche an dieser Aktion mitmachen. Onlinekommentar von Andreas R. Maier

@Andreas R. Maier: Erzwungene Schliessungen per Notrecht sind so ziemlich das Gegenteil von Demokratie und Freiheit. Oder können die Betroffenen irgendwo ein Referendum starten, das aufschiebende Wirkung hat? Onlinekommentar von Yves Steiner

10 Kommentare
    Andrea S. Mordasini

    Auch wenn ich die Ängste, Verzweiflung und den Ärger der Wirte verstehen und nachvollziehen kann und sie mir wirklich leid tun, sind solche Protestaktionen vollkommen "bireweich" und kontraproduktiv. Mit solchen Aktionen schaden sich die Beizer statt, dass es ihnen etwas nützt. Sie erweisen sich und ihrem Berufsstand damit einen wahren Bärendienst. Denn letztendlich bringen solche "Übungen" nichts ausser weiteren, zusätzlichen Ärger und Bussen... Zudem sind solche illegalen Öffnungen ein Affront gegenüber alle anderen Wirte, die sich an die Vorgaben halten und ihre Lokale weiterhin geschlossen haben. Wer gegen geltende Vorschriften verstösst und Regeln bricht, wird bestraft und gebüsst. Das ist nun mal so und auch richtig! Wer sich, wie die Wirtin aus Schwanden, ausserdem dermassen in den Medien profiliert und die Protestaktion ankündigt, muss sich über den "Besuch" der Polizei erst recht nicht wundern... Es geht bei den vom BAG und BR verhängten Massnahmen nicht um Schikane des Gastropersonals, sondern um die Eindämmung eines für Risikogruppen gefährlichen Virus! Gebüsst werden sollten aber auch alljene, die dem Aufruf gefolgt und in die Restaurants essen gegangen sind. Übrigens hätten diese Beizer in den letzten Monaten genügend Zeit und die Möglichkeit gehabt, ihre Betriebe auf legale Take Aways umzurüsten, wie es andere bereits erfolgreich getan haben. Schade, dass sie ihre Energie für illegale Protestaktionen verbrauchten statt für gesetzeskonforme Lösungen...