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Forza Italia oder der tolerierte Staat

«Italien wird auch nach Berlusconi ein junges Land sein, das seine Identität sucht.»

Für Lega-Chef Umberto Bossi ist die Trikolore gerade gut genug, um sich damit den Hintern zu putzen. Roberto Calderoli verschickte an Weihnachten eine Glückwunschkarte, welche das Italien seiner Träume zeigte: ein riesiges Padania im Norden mit vielen Ministerien weit weg von Rom. Bossi und Calderoli sind Minister Italiens. Das allein zeigt schon, unter welch ungünstigem Stern die heutigen Feierlichkeiten zum 150-Jahr-Jubiläum des Einheitsstaates stehen. Und doch wird das Land, allen Irritationen des Zeitgeistes zum Trotz, zusammengehalten. Wenn etwa die Squadra azzurra gedemütigt wird, dann lassen alle Italiener einmütig die Köpfe hängen, von Padania bis Sizilien, und trösten sich mit Pizza und Pasta.

Eine dieser Irritationen heisst Silvio Berlusconi. Für den 84-jährigen Turiner Schriftsteller Carlo Fruttero liegt dessen Verdienst darin, dass seine zum Anarchismus neigenden Landsleute endlich stolz auf die eigenen Fehler sein dürfen, ohne ständig den moralischen Zeigefinger befürchten zu müssen.

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