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Nullnummer im DerbyMünsingens Rumpfabwehr bändigt Breitenrain

Das Derby in der Promotion League zwischen Breitenrain und Münsingen endete torlos. Die aus der Not geborene Abwehr-Viererkette der Aaretaler bot den Bernern Paroli.

Münsingens Markus Hubacher bringt den Ball nicht im Tor des FC Breitenrain unter.
Münsingens Markus Hubacher bringt den Ball nicht im Tor des FC Breitenrain unter.
Foto: Andreas Blatter

Nicht zum erstem Mal in dieser Saison musste Münsingens Coach Kurt Feuz im Vorfeld eines Spiels in der Promotion League improvisieren und notgedrungen eine ungewohnte Aufstellung aus dem Hut zaubern. Ausgerechnet im Berner Derby bei dem auf eigenem Platz seit über einem Jahr unbesiegten FC Breitenrain, fehlten dem 68-jährigen Kulttrainer nicht weniger als vier Abwehrspieler. Nick Rothen und Braima Gafner verbüssten eine Sperre, Kim Zaugg und Ayrton Garcia fehlten angeschlagen.

Münsingens Trainer Kurt Feuz musste seine Viererkette in der Abwehr im Derby gegen Breitenrain gleich auf drei Positionen mit Mittelfeldspielern bestücken.
Münsingens Trainer Kurt Feuz musste seine Viererkette in der Abwehr im Derby gegen Breitenrain gleich auf drei Positionen mit Mittelfeldspielern bestücken.
Foto: Andreas Blatter

Feuz blieb also gar nichts anderes übrig, als drei ausgebildete Mittelfeldspieler in die Viererkette zu beordern. Michael Erzinger und Valon Selmani (beide hatten diese Position sporadisch auch schon bekleidet) schlüpften in die Rolle von Aussenverteidigern, während Agron Mustafi das Zentrum stabilisieren sollte. Auf der Ersatzbank sassen mit Tobias Kurz (39) und Lukas Schenkel (36) zudem zwei Münsinger Urgesteine, die extra für das Derby von den Senioren «reaktiviert» wurden.

Münsingens Agron Mustafi (links) machte auf ungewohnter Position in der Innenverteidigung ein gutes Spiel. Hier klärt er gegen Breitenrain-Stürmer Marko Dangubic.
Münsingens Agron Mustafi (links) machte auf ungewohnter Position in der Innenverteidigung ein gutes Spiel. Hier klärt er gegen Breitenrain-Stürmer Marko Dangubic.
Foto: Andreas Blatter

Die Null steht

Zusammen mit dem letzten verbliebenen Stammverteidiger Ilker Tugal, erledigten die Münsinger «Temporärarbeiter» Erzinger, Selmani und Mustafi ihren Defensivjob auf dem Sportplatz Spitalacker gegen Breitenrain jedoch richtig gut. So gut, dass der FCM «erstmals in dieser Saison zu Null spielte, was für die Moral sicher gut ist», wie Münsingens Torhüter Timon Hunziker nach dem Spiel bemerkte.

Gab es in der Startphase hie und da noch Abstimmungsschwierigkeiten, wie bei der Grosschance von Breitenrain-Stürmer Floriant Zubaku, der nach 15 Minuten alleine vor dem Tor zu hektisch agierte, steigerte sich der Münsinger Abwehrverbund im Verlauf des Spiels.

Breitenrains Floriant Zubaku (links) hatte nach einer Viertelstunde die beste Chance für das Heimteam.
Breitenrains Floriant Zubaku (links) hatte nach einer Viertelstunde die beste Chance für das Heimteam.
Foto: Andreas Blatter

Dies hatte allerdings auch damit zu tun, dass Breitenrains Stürmer in dieser Saison auch schon frischer und agiler gewirkt hatten als im umkämpften, aber spielerisch ziemlich mauen Derby. «Uns fehlte im letzten Drittel heute die letzte Konsequenz», sagte Breitenrains Mittelfeldmotor Andri Rüegsegger, der nach vielen Verletzungen erstmals seit über vier Jahren (!) wieder in der Stammformation des FCB gestanden hatte.

Breitenrain baute ab

Hatte Breitenrain in der ersten Halbzeit optisch noch mehr von der Partie und verzeichnete einige schöne Spielzüge, bei denen aber wie kurz vor der Pause zweimal der finale Pass in der Gefahrenzone misslang, baute das Heimteam nach der Pause ab. Münsingen erhielt Aufwind und schien an den ersten Saisonsieg zu glauben.

Gleich zweimal gelangte Ex-Breitenrain-Spieler Yessin Sdiri nach schönem Zusammenspiel mit Captain Patric Gasser in gute Abschlussposition, konnte aber im letzten Moment ebenso gestoppt werden wie Markus Hubacher, dessen Schuss in der 81. Minute aus aussichtsreicher Position neben das Tor segelte. In der hektischen Schlussphase hatten beide Teams noch Chancen auf einen Lucky Punch. Es blieb indes beim torlosen Remis, das vorab der aus der Not geborenen Münsinger Viererkette ein hervorragendes Zeugnis ausstellt.

Dem Münsinger Yessin Sdiri fehlt die letzte Konsequenz im Abschluss.
Dem Münsinger Yessin Sdiri fehlt die letzte Konsequenz im Abschluss.
Foto: Andreas Blatter