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«Die Beamten beschlagnahmten eine Handvoll Computer»

Der Stadtammann von Bremgarten berichtet über die Razzia der Sonderkommission «Schwarzer Block» im Kulturzentrum.

Wurde am Dienstagmorgen von der Polizei durchsucht: Das Kuzeb in Bremgarten. Foto: Mario Stäuble
Wurde am Dienstagmorgen von der Polizei durchsucht: Das Kuzeb in Bremgarten. Foto: Mario Stäuble

Raymond Tellenbach, heute Morgen durchsuchte die Aargauer Kantonspolizei das Bremgartner Kulturzentrum Kuzeb, auf Ersuchen der Hamburger Soko «Schwarzer Block». Sie waren als Stadtammann anwesend – warum?

Ich erhielt um sechs Uhr morgens einen Anruf, ich solle so schnell wie möglich kommen. Ich musste ausrücken, weil in der Wohnung im Kulturzentrum niemand anwesend war. Wenn bei einer solchen Hausdurchsuchung niemand vor Ort ist, muss eine Amtsperson eine beobachtende Rolle einnehmen. Meine Aufgabe war es, darauf zu achten, dass der Durchsuchungsbefehl eingehalten wird.

Man musste offenbar die Tür aufbrechen.

Ja. Die Aktion läuft ja eigentlich unter dem Titel «Personensuche». Die beschuldigte Person wohnt in Bremgarten und hält sich offenbar bisweilen auch im Kulturzentrum auf. Deshalb hat die Hamburger Justiz beantragt, dass man an dessen Wohnsitz und im Kuzeb Untersuchungshandlungen vornimmt.

«Es gab früher mal Krawalle mit Rechtsextremen»: Raymond Tellenbach, Stadtammann von Bremgarten, über das lokale Kulturzentrum. Foto: fdp-bremgarten.ch
«Es gab früher mal Krawalle mit Rechtsextremen»: Raymond Tellenbach, Stadtammann von Bremgarten, über das lokale Kulturzentrum. Foto: fdp-bremgarten.ch

Hat die Polizei im Kulturzentrum Beweismaterial beschlagnahmt?

Ja, die Beamten nahmen eine Handvoll Computer mit. Das wurde alles katalogisiert.

Es waren offenbar auch Beamte aus Hamburg anwesend?

Ja, das sagte man mir. Gesehen habe ich sie aber nicht. Im Verlauf des Vormittags habe ich auch mit einem Vorstandsmitglied des Kulturvereins gesprochen. Aus meiner Sicht lief die Durchsuchung korrekt ab.

Das Kulturzentrum ist nicht unumstritten. Es gab schon politische Vorstösse, es zu schliessen. Wie spielt der aktuelle Vorfall in die Debatte hinein?

Das Kuzeb ist nicht mit einem Zentrum wie der Berner Reitschule vergleichbar. In dem Haus finden vor allem Konzerte statt, die in der entsprechenden Szene ziemlich bekannt sind. Es gab früher mal Krawalle mit Rechtsextremen, aber das ist bereits zehn Jahre her.

«Die Razzia war ja gegen eine beschuldigte Person gerichtet, und nicht gegen das Zentrum.»

Das heisst: Es ist ruhig dort.

Absolut. Am Kuzeb sieht man die Vielfältigkeit der Bevölkerung. Manche sagen, es sei ein Schandfleck – andere sagen: ein Farbtupfer.

Und was sagen Sie?

Ich bin neutral. Es scheint mir allerdings schade, dass ein Teil des Gebäudes – eine schöne Halle – nicht für andere kulturelle Anlässe benutzt wird. Wir haben auch einen Versuch gestartet, das Gebäude zuhanden der Stadt zu erwerben, es handelt sich um eine sehr schöne Ecke der Stadt. Aber die Eigentümer haben das Angebot abgelehnt.

Nochmals: Die heutige Razzia ändert nichts an Ihrer Einstellung zum Zentrum?

Nein. Ich sage: Leben und leben lassen. Die Razzia war ja gegen eine beschuldigte Person gerichtet, und nicht gegen das Zentrum.

Dann stellt sich allerdings die Frage, weshalb man im Zentrum mehrere Computer beschlagnahmte.

Ja, da stellen sich in der Tat Fragen. Das interessiert mich auch. Das geschah wohl auf Initiative der Staatsanwaltschaft Hamburg. Aber diese Frage müssen Sie der Justiz stellen.

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