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Deutscher Medizinalkonzern kauft in der Schweiz ein

Auf Gewinnabschöpfung im Gesundheitswesen reagiert die Bevölkerung sensibel. Das zeigte sich im Kanton Zürich bisher in zwei politischen Auseinandersetzungen. Beide Male ging es um Akutspitäler. Als der Regierungsrat 2012 die Klinik Hirslanden auf die Spitalliste nahm, kritisierte die Linke, der Kanton finanziere private Aktionäre im fernen Südafrika mit. Nicht zu Unrecht, wie sich vier Jahre später zeigte, als die Hirslanden-Gruppe erstmals einen Teil ihres Gewinns, nämlich zehn Millionen Franken, an die Aktionäre des Mutterkonzerns Mediclinic ablieferte. Die Linke protestierte erneut und forderte, die Klinik Hirslanden sei von der Spitalliste zu streichen – bis jetzt ohne Folgen. Einen knappen Sieg erzielten Linke und Gewerkschaften hingegen in der Abstimmung zum Kantonsspital und zur Psychiatrie Winterthur: Das Volk lehnte deren Umwandlung in Aktiengesellschaften und einen allfälligen späteren Verkauf ab.

«Genau hinsehen»

Inzwischen drängen internationale Firmen in weitere Bereiche des Schweizer Gesundheitswesens vor. Allen voran der börsenkotierte Medizinkonzern Fresenius. Zu ihm gehören neben der grössten deutschen Klinikkette Helios und dem Infusions- und Flüssignahrungshersteller Kabi zwei Firmen, die derzeit auch im Kanton Zürich auf Expansionskurs sind: Medical Care im Bereich Dialyse und Vamed als Dienstleisterin für Spitäler und Besitzerin von Rehakliniken. Soeben hat die Firma den Umzug des Spitals Limmattal und die Einrichtung des neues Spitalgebäudes organisiert. Das war für sie ein wichtiger Auftrag, um in der Schweiz weiter Fuss zu fassen, wie der Geschäftsführer bei der Einweihung sagte.

Als Erstes hatte Vamed die Rehaklinik Zihlschlacht gekauft, und zwar bereits 2012, später Dussnang und vor einem Jahr Seewis im Prättigau. Der Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb (FDP) kommentierte den Markteintritt der privaten Klinikgruppe mit gemischten Gefühlen: «Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es Investoren in Graubünden gibt. Aber wir werden genau hinsehen und aufzeigen, dass es in unserem Kanton einen Versorgungsauftrag gibt. Es sollen bei einem solchen Betrieb nicht nur ökonomische Ziele im Vordergrund stehen.»

In Volketswil betreibt Vamed zudem das ambulante Therapiezentrum Revigo, zusammen mit dem auf Robotik spezialisierten Medizinaltechnikunternehmen Hocoma und der Fachhochschule ZHAW. Vamed wolle in der Schweiz in allen Bereichen wachsen, in denen sie Fuss gefasst habe, heisst es aus der Fresenius-Zentrale in Deutschland. (an)

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