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Die ZKB verärgert Kunden mit Preiserhöhungen

Die Preise für Safes bei der Zürcher Kantonalbank schlagen um 20 Prozent auf. Die Konkurrenten sind aber nur zum Teil billiger.

Die ZKB-Kundin mietet bei ihrer Bank seit vielen Jahren ein Schrankfach – Grösse 03 mit der Abmessung 7 Zentimeter mal 23,5 Zentimeter mal 37 Zentimeter. Das kostete sie bisher 125 Franken im Jahr, ohne Mehrwertsteuer. Per 1. Januar hebt die Bank den Preis auf 150 Franken an – ein Plus von 20 Prozent. Die ZKB begründet den satten Aufschlag damit, dass sie im Kanton Zürich das umfangreichste Angebot an Schrank­fächern anbiete, dass sie laufend in die Erneuerung dieser Anlagen investiere, dass der Aufwand für den Betrieb dieser Infrastruktur stetig zunehme und die Preise seit über zehn Jahren nicht mehr angepasst worden seien. Die Kundin hält dagegen, dass die ZKB, um Kosten zu sparen, den Service in Tat und Wahrheit stark abgebaut habe.

In ihrer Filiale sei der Zugang zum Schalter- und Tresorraum gerade noch während dreier Stunden pro Tag möglich. «Für berufstätige Menschen eine Zumutung», empört sie sich. Da Grösse und Zugang zu den Schrankfächern von Filiale zu Filiale sowie von Bank zu Bank stark variieren, ist ein direkter Vergleich nur bedingt möglich. Bei den kleinen Safes liegt die ZKB leicht über den Preisen der UBS oder der Zürcher Regionalbank und etwa gleichauf mit jenen der Raiffeisen-Bank. Sie verlangt zwar markant höhere Mieten als die Berner Kantonalbank, ist aber nur halb so teuer wie die Credit Suisse.

Autosafe: Zeitlich unbegrenzter Zugang

Als einzige Bank bietet die ZKB Autosafes an. Dabei handelt es sich um eine Selbstbedienungsanlage, die der Kunde rund um die Uhr nutzen kann. Mittels Safekarte gelangt er in die Sicherheitszone. Durch Eingabe des PIN-Codes fordert er sein Fach an, das er mit dem Schlüssel öffnet. Nach dem Abschliessen wird es vollautomatisch wieder in den Tresor befördert. Der Hauptvorteil der Autosafes ist der zeitlich unbeschränkte Zugang. Sie sind aber wesentlich teurer als klassische Schrankfächer.

Auffallend ist, dass die ZKB die Preise für Schrankfächer ohne Mehrwertsteuer angibt. Damit steht sie nicht allein. Auch die Credit Suisse weist nur im Kleingedruckten darauf hin. Die Preisbekanntgabepflicht verlangt, dass Preise inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden. Beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) weist man zwar darauf hin, dass die Miete von Schrankfächern in der entsprechenden Verordnung nicht aufgelistet ist. Sowohl das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb wie die Preisbekanntgabeverordnung gingen aber von einer Gesamtpreisangabe aus. Sprecherin Isabel Herkommer sagt deshalb: «Das bedeutet, dass dort, wo Preise, auch ohne entsprechende gesetzliche Bekanntgabepflicht, aufgeführt werden, die Mehrwertsteuer im Preis enthalten sein sollte.» Wenn nicht, müsse zumindest darauf hingewiesen werden.Bruno Schletti

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