Die zwei Stolpersteine heissen Stelen und Tempo 50

Frutigen

Ob und wie die Ortsdurchfahrt saniert wird, bestimmen am 17. November die Bürger an der Urne. Umstritten könnten geplante Stelen und das Tempo 50 sein.

Die Dorfstrasse in Frutigen soll saniert werden. Hierfür beantragt die Gemeinde der Bevölkerung einen Kredit über 1,74 Millionen Franken. Foto: zvg/Bianca Hüsing

Die Dorfstrasse in Frutigen soll saniert werden. Hierfür beantragt die Gemeinde der Bevölkerung einen Kredit über 1,74 Millionen Franken. Foto: zvg/Bianca Hüsing

Dass die Ortsdurchfahrt Frutigen saniert werden muss, ist offensichtlich: Sie ist mancherorts ein holpriges Flickwerk. 13 Tage vor der Urnenabstimmung (am 17. November) über den Verpflichtungskredit von 1,74 Millionen Franken für die Sanierung orientierte die Gemeinde im Kirchgemeindehaus. Die Sanierung kostet 8,6 Millionen Franken, die hauptsächlich der Kanton trägt.

Die Gemeinde hat 1,74 Millionen Franken zu übernehmen. 760000 Franken werden für Anpassungen von Kanalisations- und Sauberwasserleitungen gebraucht, die mit Kanalfernsehen abgeklärt wurden. «Unter der Strasse liegt ein richtiges Puzzle», sagte die zuständige Gemeinderätin Marianna Bütschi-Schmid. Über dem Boden ist die Gemeinde hauptsächlich zuständig für die Anpassung der Anschlüsse sämtlicher Seitenstrassen und die Signalisation.

Zwei Einsprachen hängig

Der Strassenplan wurde im Frühling 2019 genehmigt, zwei Einsprachen sind noch hängig. Gemeinderat Bernhard Rubin stellte vor, welche Elemente für die Verkehrssicherheit realisiert werden sollen. Wo die Ortsdurchfahrt breit genug ist, wird ein Mittelstreifen eingebaut. Die Bushaltestellen werden grosszügig gestaltet, die Dorfbrunnen werden mit Informationen und Blumenschmuck aufgewertet, und bei der Widibrücke, beim Marktplatz und beim Spital sollen Stelen als optische Verengung wirken. Die Diskussion zeigte es: Diese harten Stelen und das Fehlen von Fussgängerstreifen machen einigen Bürgern Sorgen. Hauptdiskussionspunkt war aber, dass der Gemeinderat sich für Tempo 50 entschieden hat.

«Der Strassenplan ist eindeutig auf Tempo 30 ausgerichtet», sagte Samuel Moser. Gemeinderatspräsident Hans Schmid erklärte, dass eine Durchfahrt mit Tempo 30 auf dem Weg zu oder von der Arbeit «wahnsinnig langweilig» sein könne. Aufrufe, wegen der Bedenken den Kredit nicht zu bewilligen, gab es nicht. Für die Umfahrungsstrasse, die der bernische Grosse Rat abgelehnt hat, blieben in der Ortsplanung entsprechende Korridore reserviert, sagte Schmid auf Nachfrage.

Gemeindepräsident Faustus Furrer orientierte über den Stand der Dinge bei der Tellenburg, die zu einem Begegnungs- und Eventort ausgebaut werden soll. Mit den kantonalen Schutzbehörden hat man nach zähem Ringen in Sachen Toilette eine Lösung gefunden: Beim ehemaligen Waschhaus darf ein einfacher Holzkubus erstellt werden. Da es auf dem Burghügel keine Kanalisation gibt, wird das Projekt inklusive der Vergrösserung des Vorplatzes 350000 Franken teuer. Über diesen Kredit entscheiden die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung vom Montag, 9. Dezember.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt