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Kredit ESP Bahnhof: Keine weiteren Fragen

Fast ohne Wenn und Aber hat der Stadtrat von Langenthal das «Jahrhundertprojekt» ESP Bahnhof durchgewunken. Damit gelangt der Rahmenkredit über 70,8 Millionen Franken am 19. Mai vors Volk.

Kathrin Holzer
Der Bahnhofplatz Süd soll vom motorisierten Individualverkehr weitestgehend befreit werden.
Der Bahnhofplatz Süd soll vom motorisierten Individualverkehr weitestgehend befreit werden.
PD/weberbrunner architekten AG
Die Umgestaltung des Bahnhpofplatzes Süd soll auch eine neue Visitenkarte der Stadt werden.
Die Umgestaltung des Bahnhpofplatzes Süd soll auch eine neue Visitenkarte der Stadt werden.
PD/weberbrunner architekten AG
Die neue Bahnhofunterführung Nord mit Veloweg und Sitztreppen.
Die neue Bahnhofunterführung Nord mit Veloweg und Sitztreppen.
PD/weberbrunner architekten AG
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Wenn Patrick Freudiger gewusst hätte, wie zügig die Vorlage durchkommen würde, er hätte den Ratskollegen zu seinem Amtsantritt als höchster Langenthaler vielleicht doch einen kleinen Apéro offeriert. Doch der neue Stadtratspräsident (SVP) wollte sich bei seinem Einstand auf die Materie konzentrieren.

Immerhin stand mit dem Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Bahnhof am Montagabend das «Jahrhundertgeschäft» schlechthin auf der Traktandenliste des Langenthaler Stadtparlaments: Einen Bruttorahmenkredit über 70,8 Millionen Franken galt es zu bewilligen für die Finanzierung der weiteren Planungsphasen und die bauliche Realisierung der Umgestaltung des öffentlichen Raumes rund um den Bahnhof.

«Ein städtebauliches wie verkehrsplanerisches Schnäppchen.»

Stefan Grossenbacher, Stadtrat SVP

Und schliesslich hatten in der Vergangenheit schon weitaus kleinere Vorhaben viel zu reden gegeben im Stadtrat. Doch zur grossen Diskussion sollte es diesmal nicht kommen. Ganz im Gegenteil: Bereits kurz nach halb acht Uhr hatten die 37 anwesenden Parlamentarierinnen und Parlamentarier dem Kredit ihren endgültigen Segen erteilt und die Vorlage damit zur Volksabstimmung vom 19. Mai freigegeben.

«Ein Schnäppchen»

Weil das Projekt, das neben einem neuen Bahnhofplatz im Norden und der Umgestaltung des bestehenden im Süden auch die Verbindung der Quartiere beidseits der Gleise durch eine neue Bahnhofpassage vorsieht, bereits in der Vorprojektphase zur Abstimmung kommt, ist bekanntlich eine mögliche Abweichung von plus 20 Prozent mitberücksichtigt. Tatsächlich rechnen die Verantwortlichen mit Gesamtkosten von knapp 56 Millionen Franken.

Wobei sich daran auch Bund und Kanton beteiligen werden. Die erwarteten Kosten für die Stadt belaufen sich so auf rund 30 Millionen Franken. Es seien Investitionen, wie sie für die Stadt ohne Steuererhöhung wirtschaftlich tragbar seien, hielt der Gemeinderat bereits im Vorfeld fest. «Ein städtebauliches wie verkehrsplanerisches Schnäppchen», befand da namens der SVP-Fraktion Stefan Grossenbacher.

Auch Stadtpräsident Reto Müller (SP) nutzte die Gelegenheit, um noch einmal darauf hinzuweisen, dass ein Sanierungsbedarf so oder so vorhanden sei rund um den Bahnhof. Mit der geplanten Umgestaltung, in deren Zug unter anderem die Bushaltekanten und Veloabstellplätze verdoppelt, dem Behindertengleichstellungsgesetz Rechnung getragen und dem Langsamverkehr neuer Raum gegeben werden soll, könne ein neuer Ankunfts- und Begegnungsort für Langenthal geschaffen werden.

Materiell war das Geschäft absolut unbestritten. Kurz so etwas wie eine Diskussion ausgelöst hatte nur gerade eine Frage mathematischer Natur: Die in der Abstimmungsbotschaft ursprünglich aufgelisteten, gerundeten Zahlen hätten in der Summe leicht mehr ergeben als den kommunizierten Betrag. Doch auch dieses Problem war schnell gelöst: Die Tabelle wird nun durch eine präzisere mit bis zu vier Stellen hinter dem Komma ersetzt.

Lob für den Gemeinderat

Die Parlamentarier aller Lager hoben nicht nur einhellig hervor, dass es beim für die weitere Entwicklung der Stadt so bedeutenden Vorhaben jede Verzögerung zu verhindern gelte. Sie lobten auch die vorbildliche Vorbereitung der Vorlage durch den Gemeinderat, bei der das Parlament gut mit einbezogen worden sei. Zwei Infoveranstaltungen hatte es im Vorfeld allein für die Stadtratsmitglieder gegeben. Alle Fragen konnten so bereits im Voraus geklärt werden.

Dem trug auch der einzige Antrag in der stadträtlichen Detailberatung Rechnung: Der Gemeinderat solle die für die Umsetzung der Projekte nötigen Objektkredite auch dann in eigener Kompetenz beschliessen können, wenn diese eine Überbauungsordnung bedingen, beantragte die FDP/JLL-Fraktion – und fand damit breite Zustimmung auch vom restlichen Parlament.

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