Kugelfang belastet das Budget

Habkern

Einstimmig genehmigte die Gemeindeversammlung das Budget 2019. Wegen der Sanierung des Schiessstands rechnet die Gemeinde mit einem hohen Defizit.

Der neue Schiessstand in Habkern soll 1,1 Millionen Franken kosten.<p class='credit'>(Bild: Google Maps)</p>

Der neue Schiessstand in Habkern soll 1,1 Millionen Franken kosten.

(Bild: Google Maps)

«Chli stark im Minus» sei das Budget 2019, schickte Gemeinderat Christoph Häni der Zahlenpräsentation voraus. 406'634 Franken Defizit sind im Gesamthaushalt bei einem Ertrag von 4,2 Millionen Franken vorgesehen.

Als Hauptgrund nannte Häni eine Altlast, die im steuerfinanzierten allgemeinen Haushalt zu einem einmalig hohen Aufwand führt: Nächstes Jahr muss die Gemeinde ihre Schiessanlage definitiv sanieren. Das kostet 1,1 Millionen Franken; denn nicht nur der heutige Scheibenstand muss saniert werden, sondern auch der alte Kugelfang, der bis 1970 gebraucht wurde. Der Gemeinde bleiben gemäss der bisherigen Rechtslage auch nach der Beteiligung von Bund und Kanton fast 300'000 Franken Restkosten. «Diesen Betrag müssen wir zwingend in die laufende Rechnung aufnehmen», erläuterte Häni. Eine Steuererhöhung drohe deswegen aber nicht. «Ein einmalig hohes Defizit können wir mit unserem Eigenkapital von 1,6 Millionen Franken auffangen.»

Die Versammlung genehmigte das Budget und die unveränderte Steueranlage von 1,85 einstimmig. Vermutlich werde die Suppe auch nicht ganz so heiss gegessen, sagte Gemeindepräsident Markus Karlen und verwies auf die von National- und Ständerat unterstützte Motion Salzmann für eine höhere Beteiligung des Bundes an den Schiessstandsanierungen.

Geprüft und genehmigt

Ebenfalls diskussionslos genehmigt wurden 70'000 Franken für die Erneuerung der 43-jährigen WC-Anlage im Schulhaus. Sorgfältig und sachlich prüften die Bürger den Antrag, die Informatikinfrastruktur der Schule für 120'000 Franken zu erneuern. Nachdem der Gemeinderat und der Schulleiter alle Fragen beantwortet und erklärt hatten, was die Schule für das Geld bekommt, genehmigte die Versammlung den Kredit mit grossem Mehr bei einer Enthaltung.

Mit grossem Mehr und einer Gegenstimme genehmigt wurde ein Kredit für den Ausbau des unteren Teils der Grünenbergstrasse. Da es sich um eine Waldstrasse handelt, werden 70 Prozent staatliche Beiträge erwartet. Die restlichen 69'000 Franken teilen sich die Mittelbäuert und die Bergschaft Traubach als Waldeigentümer sowie die für den Strassenunterhalt zuständige Einwohnergemeinde.

Zwei Ehrungen

Bevor die Versammlung an lange Tische zügelte, um das alte Jahr mit gemütlichen Gesprächen bei Raclette und Süssig­keiten ausklingen zu lassen, wurden zwei Bürger geehrt. Beide heissen Stefan Zurbuchen. Der eine wurde dieses Jahr Schweizer Meister im Fahnenschwingen. Der andere ist seit zwanzig Jahren unermüdlich im Einsatz als Wegmeister des weitläufigen Bergdorfes.

Berner Oberländer

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