Langnaus Lebensversicherung

Den Emmentalern mangelt es gegen den SCB am Freitagabend an Qualität im Abschluss. Die Ausnahme: Harri Pesonen – vor allem in Derbys.

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Philipp Rindlisbacher

Seine Bescheidenheit ehrt ihn. Er habe stets Glück gehabt gegen Leonardo Genoni, spielte Harri Pesonen seine fabelhafte Ausbeute in den Derbys unlängst herunter. 5 Tore hatte Langnaus Topskorer vergangene Saison gegen Bern gebucht. Genoni ist nicht mehr da, doch wer schon gegen den Nationalgoalie derart häufig trifft, sollte es auch gegen dessen weniger prominenten Nachfolger im SCB-Gehäuse können.

Und ja, Pesonen macht weiter, wo er im letzten Winter aufgehört hat. Gönnte er sich zu Beginn viele kreative Pausen und bekleidete er im Mittelabschnitt für einmal die Rolle des offensiven Sünders, so spielte er im dritten Drittel gross auf. Dank Pesonen fruchtete Langnaus offensives Harri – pardon – Hurra, doch noch. Der finnische Weltmeister erzielte das 2:3 (44.) und mit sehenswertem Handgelenkschuss 3 Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit den Ausgleich.

Die Lobeshymnen für den Flügel werden immer lauter im Emmental, er ist die offensive Lebensversicherung der Tigers, denen es selten an Chancen mangelt, aber an Kaltblütigkeit. «Das ist eine Frage der Qualität», meinte Coach Heinz Ehlers, der mit der Leistung an und für sich sehr zufrieden war. «Bei uns fehlt vorne die Klasse, die andere Teams haben.»

Larri flucht, Harri trifft

Pesonen seinerseits hat 3 der letzten 5 Langnauer Tore geschossen und dafür gesorgt, dass der Angriff nicht als Grossbaustelle gilt, an der sämtliche Schrauben zu drehen oder anzuziehen sind. Beinahe hätte er in der Verlängerung noch einen draufgelegt, sein Kracher aber knallte an die Latte. Und so blieb den Gästen im Derby neben vielen Schulterklopfern ein Punkt, lediglich ein Punkt, wie Pesonen meinte. «Wir hätten gewinnen können, ja gewinnen müssen.»

«Wir hätten gewinnen können, gewinnen müssen.»Harri Pesonen

Nach dem Siegtreffer Simon Mosers hob der 31-Jährige das Tor aus der Verankerung und schmiss es entnervt zu Boden, später diskutierte er mit seinem Landsmann, Schiedsrichter Anssi Salonen. «Ich war frustriert, weil ich Moser nicht stoppen konnte. Und nervte mich wegen der Strafe, die in der Verlängerung gegen Larri Leeger ausgesprochen wurde. Larri fluchte, klar, aber es ist ein Witz, dafür 2 Minuten zu geben.»

Nur eines der letzten 6 Spiele haben die Tigers für sich entscheiden können, mit 12 Punkten aus 9 Partien ist die Bilanz aber akzeptabel. «Die Schussqualität muss besser werden», resümierte Pesonen, der nicht abstritt, dass einigen Teamkollegen das Selbstvertrauen fehle. «Wichtig ist, dass man nicht zu viel nachdenkt, einfach locker bleibt. Aber das ist gar nicht so leicht.» Die Zuzüge Robbie Earl (am Freitag krank) und Julian Schmutz stehen jedenfalls noch ohne Saisontor da. Chris DiDomenico hat erst einmal getroffen – und ist bisher vorab durch sein kindisches Verhalten dem Trainer gegenüber aufgefallen, nachdem er einmal aussetzen musste.


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