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Terrorverdächtiger im Rollstuhl

Der jüngste der drei Beschuldigten, die wegen mutmasslicher Anschlagspläne in Untersuchungshaft sitzen, lebte ein zurückgezogenes Leben im Kanton Schaffhausen. Der 27-jährige Iraker fiel seiner Umgebung vorab dadurch auf, dass er einen Rollstuhl benötigte. Vor fast einem Jahr war Osama M. (Name der Redaktion bekannt) aus Schaffhausen in die kleine Nachbargemeinde Beringen gezogen. Unweit seiner Wohnung in der Grenzgemeinde weht vor einem multinationalen Industriebetrieb die US-Flagge.

Der Iraker hatte seine Wohnung allein gemietet – allerdings nur ein knappes halbes Jahr lang. Ende März 2014 wurde er verhaftet. Gemäss den «Schaffhauser Nachrichten» kam bei der Polizeiaktion die kantonale Einsatzgruppe Sika zusammen mit der Bundeskriminalpolizei zum Einsatz. Seither ist M. im Kanton Bern inhaftiert. Nachbarn sagten, er sei von acht, neun Polizisten mit einem Sack über dem Kopf abgeführt worden. Wenig später sei auch ein zweiter Mann im Quartier auf gleiche Weise verhaftet worden. Unklar ist, ob zwischen den beiden Aktionen ein Zusammenhang besteht.

Osama M. verkehrte in der Schaffhauser Moschee, wie andere Muslime bestätigen. Das Gebetszentrum steht verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen offen. Der Verdächtige war einer der wenigen Sunniten bei relativ vielen Schiiten in der Region. Der Schaffhauser Imam Abu Mussab sagt: «Bei uns gibt es nicht Schiiten und Sunniten oder Liberale und Salafisten – wir sind alles Muslime.» Mussab, der als gemässigt gilt und sich offen gegen Gewalt ausspricht, kennt den Iraker persönlich. Er könne sich nicht vorstellen, dass dieser tatsächlich einen Terrorakt geplant habe, sagt Mussab.

Die Bundesanwaltschaft wirft einem Trio aus dem Irak vor, einen Terrorakt in der Schweiz geplant zu haben. Die drei Iraker sollen versucht haben, im Ausland Material für einen Anschlag zu beschaffen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Thomas Knellwolf

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