Unwürdige Zustände sollen Asylbewerber abschrecken

Die französische Regierung tut absichtlich nichts für Migranten. Die Folgen tragen obdachlose Kinder.

Obdachlose Einwanderer schlafen auch bei tiefen Temperaturen auf der Strasse. Die Regierung ignoriert sie einfach. (6. November 2019) Foto: François Mori (AP)

Obdachlose Einwanderer schlafen auch bei tiefen Temperaturen auf der Strasse. Die Regierung ignoriert sie einfach. (6. November 2019) Foto: François Mori (AP)

Er wolle die Migrationspolitik wieder «unter Kontrolle» bekommen, sagte Premierminister Edouard Philippe. In Paris wird man einfach überprüfen können, ob dieses Versprechen ernst gemeint ist. Denn «Kontrolle» müsste auch «funktionieren» bedeuten, und auf den Trottoirs der Hauptstadt kann man sehen, wie wenig das französische Asylsystem funktioniert. An den Rändern der Metropole schlafen Tausende Asylbewerber in Zelten, darunter auch Familien und Babys. Hilfsorganisationen schätzen, dass zwei Drittel von ihnen einen Asylantrag gestellt haben. Sie hoffen nicht darauf, unter dem Radar des Systems zu verschwinden, sie warten darauf, endlich vom System erfasst zu werden.

Dieses Elend wird von den meisten ignoriert. Allen voran von der Regierung, die die Verantwortung auf die Stadt Paris abschiebt. Tatsächlich sind die unwürdigen Zustände Teil des Abschreckungskalküls. Wenn wir die Flüchtenden nur schlecht genug behandeln, werden sie schon irgendwann wegbleiben. Diese Rechnung geht seit Jahren nicht auf und wird auch von Kindern bezahlt, die im Winter ohne Schutz in der Gosse leben müssen.

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