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Wo am meisten Bürger falsch wählen

In einigen Gemeinden ist jeder zehnte Wahlzettel ungültig. Die Einwohner legen gleich mehrere Listen ein, protestieren oder schreiben Comicfiguren auf.

Roland Gamp@sonntagszeitung
Sven Cornehls@sven_corn
Jürg Candrian@sonntagszeitung

Wenslingen BL

Niemand wählt vorbildlicher als die 715 Einwohner von Wenslingen. Seit Erfassungsbeginn im Jahr 1975 war dort kein einziger Wahlzettel ungültig. Nur 29 Gemeinden gelang dieses Kunststück, Wenslingen ist die einwohnerstärkste von ihnen. Speziell feiern will sich das Vorzeigedorf deshalb nicht: «Das sollte doch eigentlich normal sein, dass die Bürger korrekt wählen», sagt Gemeindepräsident Andreas Gass. «Vielleicht ist der Unterschied, dass bei uns nur Leute wählen, die sich wirklich für die Sache interessieren.» Spezielle Schulungen zum korrekten Wahlverhalten habe man jedenfalls noch nie durchgeführt. «Es kommt nicht gut an, wenn man die Bürger belehren will», sagt Gass. Betrachtet man nur die letzten Nationalratswahlen, so blieben 444 Gemeinden makellos. Zum Beispiel verzeichnete das Tessiner Dörfchen Corippo keine ungültigen Wahlunterlagen. Was jedoch bei sechs eingereichten Couverts auch nicht weiter erstaunt. Bemerkenswert ist das Resultat in Männedorf ZH: Keiner der knapp 11'000 Einwohner hatte einen ungültigen Wahlzettel. «Das war auch schon bei den Wahlen 2011 der Fall», sagt Gemeindepräsident André Thouvenin. Spezielle Massnahmen wie Schulungen habe man auch hier nicht ergriffen.

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