Nun lautet das Motto für den SCB: hoffen und siegen

Der SC Bern hat Grenoble vor knapp 7000 Zuschauern in der Champions Hockey League 4:1 bezwungen.

Torschütze Alain Berger (rechts) und Assistgeber Jeremi Gerber bejubeln das wegweisende 1:0.

Torschütze Alain Berger (rechts) und Assistgeber Jeremi Gerber bejubeln das wegweisende 1:0.

(Bild: Claudio de Capitani (Freshfocus))

Adrian Ruch

Es ist eine ebenso spektakuläre wie Furcht erregende Szene. Andrew Ebbett drückt nach einen Rückpass Vincent Praplans per Slapshot aus kurzer Distanz ab. Lukas Horak, tschechischer Goalie in Diensten Grenobles, verschiebt sich leicht nach links und wird vom Puck mit voller Wucht an der Maske getroffen.

Horak verhindert so in der 25. Minute der Champions-Hockey-League-Partie das 3:0 für den SC Bern, dürfte den Mut aber mit einem Brummschädel büssen. Immerhin: Der Keeper kann nach kurzer Pflege weitermachen. Am Ende wird der Schreckmoment aus französischer und die verpasste Chance aus Berner Sicht vergessen sein, weil die Aktion keinen Einfluss aufs Schlussergebnis (4:1) hat.

Kurz darauf vergeben die Berner im Powerplay weitere gute Möglichkeiten, für die Vorentscheidung zu sorgen. Aber sie haben Begegnung und Gegner nun im Griff. Das war trotz läuferischer und spielerischer Vorteile im ersten Drittel nicht der Fall. Die Besucher waren vorerst eher gefährlicher. In der 19. Minute fiel dann der Treffer, der den Knoten platzen liess.

Youngster Jeremi Gerber stürmte nach vorne und schlug einen präzisen sowie scharfen Querpass, den Alain Berger direkt verwertete. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Justin Krueger für das Heimteam auf 2:0 und beruhigte so die Nerven der Einheimischen.

Die beiden Torschützen stehen nicht im Verdacht, Skorer zu sein. Immerhin ist Krueger Verteidiger. Und Berger hat in den letzten vier Saisons in der Qualifikation nie mehr als drei Tore erzielt. Und nun hat der Flügel in der Champions League auch schon dreimal getroffen. «Tore der vierten Linie sind immer ein Bonus», wird SCB-Coach Kari Jalonen am Schluss erzählen.

Sciaroni trifft, Jalonen lacht

Das Geschehen plätschert nun so vor sich hin. Längst ist klar, dass der SCB in der Tabelle der Gruppe E selbst beim sich abzeichnenden Sieg auf Platz 3 verbleiben wird. Denn Skelleftea hat das Duell mit Kärpät Oulu mit 2:0 für sich entschieden. Es ist für Bern kein gutes Resultat. Doch dazu später mehr.

Das 3:0 für den SCB fällt dann doch noch. Gregory Sciaroni lenkt die Scheibe nach einem Schuss André Heims in der 43. Minute ins Netz. Der Tessiner wird für seinen Treffer von Jalonen mit einem Klaps und einem Lachen belohnt. In der Folge stellt sich die Frage nach dem Gewinner nicht mehr.

Kurz nachdem die Berner eine doppelte Überzahl nicht genutzt haben, sorgt mit Kyle Hardy einer der sechs Kanadier im Kader Grenobles dafür, dass Niklas Schlegel keinen Shutout feiert. Eric Blum trifft kurz vor Schluss noch ins verlassene Tor. Grenoble-Coach Edo Terglav lobt den Kampfgeist seiner Akteure, sagt aber auch: «Wir sind es uns nicht gewohnt, auf diesem Niveau zu spielen.»

Der SCB hat gegen einen limitierten Gegner vor immerhin fast 7000 Zuschauern einen Pflichtsieg gefeiert. Im dümmsten Fall könnte es ein Sieg ohne Wert sein. Denn vor der letzten Runde, die am kommenden Dienstag ausgetragen wird, führt Skelleftea mit 10 Punkten, eine Einheit vor Kärpät Oulu und zwei Zähler vor Bern.

Es ist also nicht auszuschliessen, dass am Ende die drei Topteams punktgleich die Spitze zieren werden. In diesem Fall wäre der SCB ausgeschieden, weil Skelleftea aus den Direktbegegnungen am meisten Zähler geholt hätte und Kärpät bei Punktgleichheit mit Bern die bessere Tordifferenz aufwiese.

Sind am Ende nur zwei Teams punktgleich, steht der SCB gegenüber Skelleftea schlechter und gegen Kärpät besser da. Die Mutzen müssen hoffen, dass sich Kärpät gegen Skelleftea (18 Uhr) nicht nach Verlängerung oder Penaltyschiessen durchsetzt, und selbst in Grenoble (19.30) in der regulären Spielzeit siegen. Jalonen meint, er wolle nicht spekulieren. «Für uns ist es ein grosses Spiel. Wir müssen gewinnen, und am Schluss ist eines von drei sehr guten Teams ausgeschieden.»


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