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BSV gewinnt gegen St.OtmarOhne Drama geht es nicht

Der BSV Bern schafft mit einem 29:28 gegen St.Otmar St.Gallen den Anschluss an die vor ihm klassierten Teams.

Kaspar Arn trifft auf spektakuläre Art für den BSV Bern.
Kaspar Arn trifft auf spektakuläre Art für den BSV Bern.
Foto: Christian Pfander

Und dann kamen sie doch noch ins Spiel, die Emotionen, die ein Handballspiel mitunter ausmachen. Das Publikum begann, das Heimteam besonders in der Abwehr zu unterstützen, nachdem das Geschehen lange ziemlich vor sich hingeplätschert war. Der BSV Bern hatte in der ersten Halbzeit gegen St.Otmar St. Gallen zeitweise mit fünf Toren Differenz geführt, diesen Vorsprung aber wieder verspielt. Die Berner gerieten in Rückstand, ehe dann eine dramatische Schlussphase folgte. Ohne diese ist ein Spiel zwischen den Hauptstädtern und den Ostschweizern irgendwie nicht denkbar, Und wieder gewann der BSV, wie im entscheidenden Playoff-Viertelfinal im April 2019 und im Auswärtsspiel im letzten Herbst. St. Otmars Torhüter Jonas Kindler hatte gleich zweimal pariert, die Vorteile lagen aufseiten der Gäste. Edin Tatar tat es jedoch seinem Gegenüber gleich, hielt den Wurf von Bo Spellerberg. BSV-Coach Aleksandar Stevic nahm ein Timeout, ein letzter Spielzug wurde angesagt. Matthias Gerlich sollte werfen, stieg hoch und traf. Die Berner hatten das Spiel 29:28 gewonnen.

Neben Tatar und Gerlich war insbesondere Michael Kusio entscheidend am Erfolg beteiligt. Er war von der rechten Rückraumposition aus stets gefährlich und traf zehnmal. «Ich bin vor allem froh, dass wir gewonnen haben», sagte er. «Zehn Tore nützen nichts, wenn diese nicht auch zum Erfolg führen.» Ein wichtiger Faktor seien die Zuschauer gewesen. «Der Heimvorteil war heute wirklich einer», meinte Kusio und hob in diesem Zusammenhang auch die Rollstuhlsportler der Rolling Thunder Bern hervor, eines erfolgreichen Powerchair-Hockeyteams, das im Publikum weilte. Das Spiel wurde unter dem Motto «Handicap» durchgeführt. «Sie haben uns sehr gut unterstützt», lobte der beste BSV-Skorer.

Teamgeist spürbar

Und was bei solchen Spielverläufen auch wichtig ist. Beim Heimteam kämpfte der eine für den anderen, jeder glaubte jederzeit, ein positives Ergebnis erzielen zu können. «Wir haben erneut gezeigt, dass wir als Team ausgezeichnet funktionieren», sagte Kusio. So wurde schliesslich der vierte Erfolg in Serie möglich, die Berner haben die Lücke zu den vor ihnen klassierten Teams geschlossen. Sie weisen nun ebenso 24 Punkte auf wie die vor ihnen klassierten Wacker Thun und Suhr Aarau. Diese beiden Equipen treffen zudem am Samstag direkt aufeinander. Sodass die Aussichten gut stehen, dass der BSV am Wochenende nur noch wegen der schlechteren Tordifferenz auf dem siebten Platz klassiert sein wird.

Die angestrebte Rangverbesserung ist in Reichweite gelangt; rechtzeitig auf die entscheidende Saisonphase sind die Berner in Form gekommen. Vorerst dürfen sie jedoch eine kurze Pause geniessen, erst am 7. März treten sie bei Kriens-Luzern an.