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Conte: 60 Prozent der Olympioniken betrügen

Victor Conte, Hauptschuldiger im Balco-Skandal, hält das Anti-Doping-Programm bei den Olympischen Spielen in London für Augenwischerei.

«Sie müssten die Angel auswerfen, wenn die Fische beissen»: Victor Conte übt Kritik an den Dopingjägern.
«Sie müssten die Angel auswerfen, wenn die Fische beissen»: Victor Conte übt Kritik an den Dopingjägern.
Keystone

«Das ist Propaganda, wenn sie sagen, dies seien die Spiele mit den grössten Anti-Doping-Ausgaben der Geschichte und sie würden 6000 Tests machen», sagte Victor Conte der Londoner «Times». «Sie müssten die Angel auswerfen, wenn die Fische beissen, und das war vor neun Monaten.» Er geht davon aus, dass etwa 60 Prozent der Sportler bei den Spielen in London betrügen. Das Problem sei, dass man die Tricksereien während der Aufbauphase während des Wettkampfs nicht mehr nachweisen könne.

Conte war Gründer und Inhaber des mittlerweile aufgelösten kalifornischen Unternehmens Balco und 2003 für einen der grössten Dopingskandale der Sportgeschichte verantwortlich. Die Firma, die mit Nahrungsergänzungsmitteln handelte, versorgte über mehrere Jahre hinweg Sportler aus aller Welt mit Steroiden und Wachstumshormonen. Kunde war damals unter anderem auch der später überführte britische Sprinter Dwain Chambers, der in London wieder über die 100 Meter an den Start gehen durfte.

2005 wurde Conte zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, vier weitere Monate stand er unter Hausarrest. Der Balco-Skandal hatte zahlreiche Haftstrafen zur Folge, unter anderem musste die US-Sprinterin Marion Jones ins Gefängnis und ihre fünf Medaillen von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney zurückgeben.

si/ak

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