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Federer noch zwei Schritte vom sportlichen Olymp entfernt

Roger Federer steht nach einem 6:4, 7:6-Sieg über John Isner in den Halbfinals des olympischen Tennisturniers. Dort trifft der Schweizer heute auf Juan Martin Del Potro.

Auf den Tennis-König ist Verlass: Roger Federer steht beim olympischen Turnier in Wimbledon in den Halbfinals. Das tut der gerupften und enttäuschten Schweizer Delegation in London mehr als nur gut.
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Reuters
Der Schweizer spielt und serviert stark gegen den...
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Reuters
Murrays Einzug in die Halbfinals begeistern auch Prinz William und seine Gattin Kate. Das britische Königshaus hat endgültig Olympia entdeckt.
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Reuters
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Am Ende war auch eine Portion Glück mit im Spiel. Roger Federer verwertete nach 85 Minuten seinen ersten Matchball mit einem äusserst glückhaften Netzroller. Zuvor hatte der Service-Meister John Isner im Tiebreak mit 3:2 und 5:4 geführt. Viermal fehlten dem US-Amerikaner lediglich zwei Punkte zum Satzausgleich. Im Februar am Davis-Cup in Freiburg hatte Isner gegen Federer nach einem 0:1-Satzrückstand in vier Sätzen gewonnen, damals allerdings auf Sand.

Mittlerweile verfügt Federer nach dem Wimbledonsieg vor einem Monat aber wieder über ein gesteigertes Selbstvertrauen. Auch das verhalf ihm gegen Isner zum Sieg. Aus den paar wenigen heiklen Situationen befreite sich Federer bravourös. In der Startphase schnupperte Isner zweimal an Breakmöglichkeiten. Im zehnten Spiel bot sich dem Amerikaner eine Breakmöglichkeit zum 5:5-Ausgleich, die Federer mit einem Servicewinner abwehrte. Im zweiten Satz konterte der Basler eine kritische Situation bei 2:3 und 15:30 mit einem Ass beim zweiten Aufschlag. Und im siegbringenden Tiebreak gelangen Federer sieben Gewinnschläge, drei davon mit dem Aufschlag (ein Ass und zwei Servicewinner).

Fehlerquote bei Isner zu hoch

Über derartige Nerven verfügte Isner nicht. Das einzige Break der gesamten Partie ermöglichte er mit einem quasi verschossenen Penalty am Netz. Generell unterliefen ihm zu viele leichte Fehler.

In den Halbfinals trifft die Nummer 1 der Branche auf den Argenitiner Juan Martin Del Potro, gegen den er in 14 Duellen zwölfmal als Sieger hervorging. Del Potro qualifizierte sich mit einem 6:4, 7:6 über den Japaner Kei Nishikori für die Halbfinals, wobei er im zweiten Satz eine 5:2-Führung verspielte, ehe er sich doch noch durchsetzte. Den zweiten Halbfinal bestreiten Novak Djokovic und Andy Murray, die Nummern 2 und 4 der Welt. Die Bronzemedaille wird am olympischen Tennisturnier ausgespielt.

Die Freude auf den Halbfinal

Gegenüber SRF-Experte Heinz Günthardt zeigte sich Federer nach dem Viertelfinal-Sieg zufrieden und gelassen – wie schon zuvor auf dem Centre Court. «Ich wäre auch ruhig geblieben, wenn es zu einem dritten Satz gekommen wäre.» Beim Matchball im Tiebreak fand der Maestro, dass er doch auch Glück gehabt habe. Aber man könne auch das Glück ein bisschen erzwingen. «Ich habe diese Partie wie einen Final betrachtet, verfalle nun aber nicht in Euphorie.»

Federer wäre nicht unglücklich, wenn er einen Ruhetag einziehen könnte. Aber das olympische Tennisprogramm geht erbarmungslos weiter, heute tritt er gegen Del Potro an. «Ich muss gegen ihn wie schon zuletzt aggressiv spielen, ganz speziell auf seinen zweiten Aufschlag reagieren. Es wird ein hartes Duell geben.» Federer, der zugab, dass man an Olympia im Hinterkopf stets an den Gewinn einer Medaille denke, fügte noch einen Satz bei, der durchaus dem olympischen Geist entspricht: «Juan Martin ist ein guter Kumpel von mir auf der Tour. Ich freue mich auf ihn. Das gibt sicher einen lässigen Match mit viel Fairplay.» Federer und Del Potro eröffnen um 13 Uhr MEZ das Halbfinalprogramm des olympischen Tennisturniers.

si/fal

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