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Die Frauen haben zurückgeschlagen

Die Ziele von Swiss Olympic wurden leicht übertroffen. Um die Nachhaltigkeit der Schweizer Olympia-Erfolge zu gewährleisten, braucht es aber Geld – mehr Geld.

Dario Cologna holt gleich zweimal Gold für die Schweiz.
Dario Cologna holt gleich zweimal Gold für die Schweiz.
Keystone
Dominique Gisin war die Schnellste in der Frauen-Abfahrt.
Dominique Gisin war die Schnellste in der Frauen-Abfahrt.
Keystone
Patrizia Kummer holt Gold im Parallel-Riesenslalom.
Patrizia Kummer holt Gold im Parallel-Riesenslalom.
Keystone
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Die Ziele wurden leicht übertroffen, je nach Betrachtungsweise waren die Winterspiele in Sotschi die erfolgreichsten in der Geschichte von Swiss Olympic. Die Schweizer Delegation gewann 6 -mal Gold, 3-mal Silber und 2-mal Bronze; nie zuvor hatte es mehr Olympiasieger gegeben, 1988 in Calgary (15) sowie 2006 in Turin (14) jedoch ein höheres Medaillentotal. Beim Vergleich mit Calgary tritt ein differenzierteres Bild zutage: In Kanada standen 46 Entscheidungen auf dem Programm, die Schweiz musste im Medaillenspiegel nur der Sowjetunion und der DDR den Vortritt lassen. In Sotschi finden sich die helvetischen Vertreter nach 98 Wettkämpfen auf Platz 7. Es wäre mehr möglich gewesen, hätte in den letzten vier Tagen auch noch der eine oder andere Trumpf gestochen.

Trotzdem: Die Verantwortlichen haben die richtigen Schlüsse gezogen. Nach den Spielen vor vier Jahren in Vancouver, an welchen die Schweizer Frauen nur eine Bronzemedaille beigesteuert hatten, wurde das Projekt «Women on the Podium» lanciert, verstärkt in den Frauensport investiert. Nicht zuletzt das Eishockeynationalteam profitierte davon – es bedankte sich mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Insgesamt wurden fünf der elf Plaketten von Frauen gewonnen. Im Wissen, dass zusehends Details über Sieg und Niederlage entscheiden, hatten diverse Verbände keinen Aufwand gescheut. Die Bobfahrer konnten sich in einem Simulator mit der Olympiabahn vertraut machen. Langläufer und Biathleten profitierten von über mehrere Monate hinweg vor Ort gesammelten Daten über Wetter und Schneebeschaffenheit, welche der Wachsequipe zugutekamen. Zudem deutet die Tendenz darauf hin, dass es sich für aussergewöhnlich Talentierte ausbezahlt, auf Eigeninitiative zu setzen, andere Wege zu gehen. Athleten wie Iouri Podladtchikov, Lara Gut, aber auch Dario Cologna setzen sich für Schweizer Verhältnisse untypisch hohe Ziele und sind am Tag X nicht nervöser als vor gewöhnlichen Wettkämpfen.

Um die Nachhaltigkeit der Erfolge zu gewährleisten, braucht es Geld – mehr Geld.Die 35 Millionen Franken vom Bund reichen nicht aus, die 18 Zeitsoldatstellen für Spitzensportler sind im Vergleich zur Situation in Deutschland, Italien und Österreich, wo das Gros der Athleten unter äusserst vorteilhaften Bedingungen beim Staat angestellt ist, ein äusserst tiefer Wert. Vor allem in Randsportarten gehen der Schweiz nach wie vor zu viele Talente verloren, weil sich eine Karriere in finanzieller Hinsicht nicht rechnet.

Die Berner gehörten in Sotschi zu den Geschlagenen. Von den 21 Athleten gewann einzig Eishockeyspielerin Angela Frautschi eine Medaille. Die meisten dürften 2018 in Pyeongchang eine neue Chance erhalten. Die Altersstruktur spricht ohnehin für die Schweiz – fast alle Medaillengewinner planen bis zu den Winterspielen in Südkorea.

p.rindlisbacher@bernerzeitung.ch

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