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Bestechungsskandale als Touristen-Magnet

Mexiko-Stadt ist um eine Touristenattraktion reicher: Eine Bustour führt zu Schauplätzen von Korruptionsfällen.

Corruptour: An die Orte des Verbrechens. (Video: Tamedia/AFP)

Ein überteuertes Bauprojekt, die prunkvolle Villa des Präsidenten oder ein Monument, das an die 43 verschwundenen Studenten in Iguala erinnern soll: Das sind drei der zehn Schauplätze von Korruption in und um Mexiko-Stadt, die drei junge Mexikaner Touristen und Landsleuten vor Augen führen wollen. Sie bieten eine neue – kostenlose – Bustour unter dem Namen «Corruptour» an.

Die Ausflugsroute führe unter anderem auch an der Generalstaatsanwaltschaft, einem Ministerium und einem Medienhaus vorbei, berichtet die mexikanische Online-Zeitschrift «Animal Politico». Während der eineinhalbstündigen Tour in einem umgebauten alten Schulbus erzählen zwei Off-Stimmen auf witzige Art und Weise, wie zum Beispiel die Kosten des «Estela de Luz», eines Monuments, das 2011 gebaut wurde und laut den Tour-Organisatoren «für nichts gut ist», am Schluss dreimal so hoch waren wie ursprünglich geplant.

Tour der Korruption

Korruption ist auf allen Ebenen präsent

«Dass die Bestechungsskandale dramatisch sind, ist kein Grund, das Thema nicht mit ein wenig Humor zu behandeln», erklärt Tourleiter Miguel Pulido. Nach der Busfahrt will er das Publikum kurz darüber debattieren lassen. «Wie viele von euch reden fast täglich über Korruption? Spürt ihr dabei nicht einen Knoten im Magen?» – Das sind einige der Fragen, die aufgeworfen werden.

Korruption und Vetternwirtschaft sind seit Jahrzehnten integrale Bestandteile der mexikanischen Gesellschaft. Politiker, Polizei und Zollbeamte lassen sich für «kleine Gefallen» bezahlen, Journalisten erhalten oftmals Schmiergeldzahlungen, um bestimmte Informationen zu verbreiten oder zu unterschlagen. So gelangen zum Beispiel Unternehmen zu sicheren Aufträgen. Drogenkartelle dürfen in aller Ruhe «arbeiten», und sogar Fussballmannschaften gewinnen völlig überraschend Spiele.

Übernommen von 20 Minuten und bearbeitet von Tagesanzeiger.ch.

AFP/ab

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