Der Pegel des Lago Maggiore steigt in 11 Tagen um 3 Meter

Von einem Extrem ins andere: Der Lago Maggiore ist nach dem Dauerregen im Tessin über die Ufer getreten.

Der See könne sogar innerhalb von nur 24 Stunden um einen Meter ansteigen, sagt Hydrologe Daniel Streit. Video: sda

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit dem 26. Oktober ist die Sonnenstube Tessin ein Schüttstein. Der Dauerregen hat insbesondere den Pegelstand des Lago Maggiore rasch anschwellen lassen. Die Seepromenade in Locarno steht unter Wasser.

Hochwasser am Lago Maggiore ist bei Südstaulagen nichts Aussergewöhnliches. Genauso typisch ist der rasche Anstieg des Pegelstands, wie Daniel Streit, Hydrologe beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA erklärte. Am Lago Maggiore ist der Wasserstand laut einer Mitteilung von Meteo Schweiz innerhalb von elf Tagen um drei Meter hochgeschnellt. Zwei dieser drei Meter Unterschied füllten sich in gerade einmal vier Tagen auf.

Der See könne sogar innerhalb von nur 24 Stunden um einen Meter ansteigen, erinnert sich Streit. Das Gewässer habe mit den drei Flüssen Ticino, Maggia und Toce ein grosses Einzugsgebiet. Weiter begünstigen Steilheit und das Granitgestein einen schnellen Abfluss der grossen Wassermengen. Zudem habe es in den letzten zehn Tagen unglaubliche Mengen geregnet.

In den letzten zwei Wochen sind im Tessin zwischen 350 und 650 Millimeter Niederschlag gefallen, im Centovalli sogar 900 Millimeter. Das entspricht etwa der Regenmenge, die in Schaffhausen in einem Jahr fällt.

Von einem Extrem ins andere

Der Pegel des Lago Maggiore ist damit in Kürze von markant unterdurchschnittlichen auf deutlich überdurchschnittliche Werte gestiegen. Am 7. Oktober lag die Wasseroberfläche des Sees noch auf einer Meereshöhe von 192,30 Metern. In der Nacht auf Donnerstag erreichte er den Wert von 195,36 Metern.

Das ist knapp unter der Gefahrenstufe 3, bei welcher der Zivilschutz erste Vorbereitungen gegen Hochwasser trifft. Bis am Donnerstagnachmittag war der Pegel nur leicht gesunken (minus 6 Zentimeter). Punktuell sind einige wenige Zonen am See überflutet.

Vom Rekordniveau im Oktober des Jahres 2000 ist man noch weit entfernt. Am 17. Oktober 2000 war der Pegel auf das Allzeithoch von 197,54 Metern geklettert. Das war mit vier Metern über dem Normalpegel ein Jahrhundertrekord.

Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge bis am Wochenende werden die Pegel der Seen laut der Prognose von Meteo Schweiz nur leicht sinken. Entspannung ist erst ab kommenden Dienstag in Aussicht. Dann soll auch im Tessin wieder ab und zu die Sonne scheinen. (hvw/sda)

Erstellt: 08.11.2018, 15:35 Uhr

Artikel zum Thema

Sechstes Todesopfer in Marseille geborgen

VIDEO In der Hafenstadt ist die Zahl der Toten nach dem Einsturz mehrerer Häuser gestiegen. Regen beeinträchtigt die Bergungsarbeiten. Mehr...

Mittelmeertief Xena bringt noch mehr Regen

VIDEO In Teilen Italiens gilt immer noch die Alarmstufe Orange. Auch der Mailänder Zivilschutz ist alarmiert. Mehr...

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Abo.

Den Berner Oberländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 29.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Schlagerette Aller Anfang ist schwer

Michèle & Friends Drogen konsumieren für Fortgeschrittene

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...