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Die teure Suche nach MH 370

Über die Kosten der internationalen Suchaktion für MH 370 sprechen die Verantwortlichen noch nicht. Die Summen dürften jedoch gigantisch sein, wie Vergleiche mit früheren Unglücken zeigen.

Neue Suche: Eine Unterwasser-Drohne, mit der nach Flug MH 370 gesucht wird. (29. September 2014)
Neue Suche: Eine Unterwasser-Drohne, mit der nach Flug MH 370 gesucht wird. (29. September 2014)
FUGRO, AFP
Sie rekonstruierte die letzten Stunden des Flugs MH 370: Die Firma Inmarsat in London. (25. März 2014)
Sie rekonstruierte die letzten Stunden des Flugs MH 370: Die Firma Inmarsat in London. (25. März 2014)
Reuters
Im Fall der 2009 im Atlantik abgestürzten Maschine der Air France kosteten Suche und Bergung total 111 Millionen Euro: Ein Trümmerteil wird geborgen. (8. Juni 2009)
Im Fall der 2009 im Atlantik abgestürzten Maschine der Air France kosteten Suche und Bergung total 111 Millionen Euro: Ein Trümmerteil wird geborgen. (8. Juni 2009)
Keystone
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Heute war das Wetter im südlichen Indischen Ozean zu schlecht. Die Suche nach dem Wrack des abgestürzten malaysischen Flugzeugs musste unterbrochen werden. Doch schon morgen werden nicht weniger als zwölf Flugzeuge in das noch immer riesige Suchgebiet aufbrechen, wie die australische Seesicherheitsbehörde in ihrem Bulletin mitteilt. Ergänzt werden sie von einem australischen Suchschiff und vier weiteren chinesischen Schiffen, die morgen im Gebiet eintreffen sollen. Sechs Länder sind gegenwärtig in die Suche involviert. Im Verlauf der letzten 18 Suchtage waren es insgesamt 26 gewesen.

Darüber, was die Suche kostet, wird offiziell nicht gesprochen. «Niemand, nicht die malaysische Regierung und auch niemand von unseren Partnern, hat über Dollars und Cents gesprochen», sagte der malaysische Verkehrsministers Hishammuddin Hussein am Wochenende. Die Suche werde Geld kosten, sagte der australische Vizepremierminister Warren Truss. Doch das gehöre zur Verantwortung seines Landes.

Einzig aus dem US-Verteidigungsministerium gibt es Angaben zu den Kosten. 4 Millionen Dollar seien für die Aktion bereitgestellt worden. Dieses Geld werde voraussichtlich bis Anfang April reichen. Mehr als 2,5 Millionen Dollar wurden bereits ausgegeben.

Suche nach AF 447 kostete 111 Millionen Euro

Was die ganze Aktion am Ende kosten wird, darüber kann nur spekuliert werden. Ein Vergleich mit der Suche nach der abgestürzten Maschine AF 447 der Air France im Jahr 2009 zeigt aber, dass die Summen schnell enorme Dimensionen annehmen können. Laut der französischen Flugunfalluntersuchungsbehörde (BEA) kostete die gesamte Suche 111 Millionen Euro. Die ersten 26 Tage der intensiven Suche auf dem Atlantik verschlangen allein 80 Millionen.

In diesem Fall wurden allerdings bereits nach wenigen Tagen erste Wrackteile gefunden. Bei MH 370 sind die Entdeckungen von Satelliten und von Flugzeugen aus noch immer nicht bestätigt. Und trotz des raschen Erfolgs bei der Air-France-Maschine dauerte es zwei Jahre, bis die Black Box geborgen werden konnte.

Eine halbe Milliarde für die Versicherungen

Im Fall von Air France wurden die Kosten der Suche von der französischen und der brasilianischen Armee übernommen. Im Fall von MH 370 wird der Löwenanteil wohl ebenfalls an den an der Suchaktion beteiligten Staaten hängen bleiben.

Auf die Versicherung kommen, unabhängig davon, ob sie sich an den Suchkosten beteiligen oder nicht, gewaltige Kosten zu: Die Credit Suisse schätzt, dass der Absturz des Flugzeugs die Versicherungen total mit 500 bis 600 Millionen Dollar belasten wird.

Allein der Verkehrswert der abgestürzten Boeing 777 soll 100 Millionen Dollar betragen haben. Noch höher als der Sachschaden sind die Haftpflichtschäden. Die Deckungssumme für Passagier- und Sachschäden kann schnell mehrere Hundert Millionen erreichen. Diesen gewaltigen Betrag teilen die Versicherungen bei Flugzeugpolicen unter sich auf. Das Who is Who der Branche wird folglich für MH 370 zahlen.

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