Im Video: Bär flieht am Thunersee vor einem Auto

Überraschung für einen Autofahrer: Bei der Heimfahrt vom Ausgang huscht ihm ein Braunbär durchs Scheinwerferlicht.

Hier rennt der Bär auf der Strasse am Thunerseeufer entlang. Video: Marcel Thönen

Am Pfingstsonntag war Marcel Thönen (22), Student aus Worblaufen, im Ausgang in Interlaken. Als sein Kollege und er sich kurz nach Mitternacht auf den Heimweg machten, einigten sie sich auf die Route am rechten Seeufer des Thunersees entlang. «Wir sprachen noch kurz darüber, dass wir auf Wildtiere acht geben müssen. Wir dachten vielleicht an einen Igel oder so», sagt Thönen.

Doch vor dem letzten Tunnel kurz vor der Beatenbucht muss der 22-Jährige wegen etwas deutlich Grösserem auf die Bremse treten. «Ich hielt mitten auf der Strasse an, weil ich im Tunnel etwas Grosses, Braunes sah.» Als sich das Pelzknäuel bewegte, erkannten sein Kollege und er, dass es sich um einen Bären handeln muss. «Ich war schockiert. Mit so etwas habe ich nicht gerechnet.»

Dann springt der Bär weg und Thönen fährt ihm langsam hinterher. «Ich hatte keine Angst, ich fühlte mich im Auto relativ sicher. Aber der Bär war offensichtlich verängstigt», sagt der Student. Die Begegnung war für ihn sehr eindrücklich. «Irgendwie denkt man gar nicht daran, dass man in der Schweiz einem Bären begegnen könnte», sagt Thönen. «Zudem kommt ein Kilometer weiter schon das nächste Dorf – Merligen.»

Ist es M29?

«Das Tier auf den Aufnahmen ist ein Bär», bestätigt der Berner Jagdinspektor Niklaus Blatter. Den Ort der Sichtung kann er anhand eines Videos jedoch nicht genau feststellen. «Aber wir haben noch eine zweite Meldung aus der Beatenbucht erhalten, wir müssen diese nun genauer prüfen.»

Ob es sich um das Tier M29 handelt, das im Mai 2017 erstmals auf Berner Boden gesichtet wurde, kann Blatter nicht feststellen. «Aber es wäre naheliegend», sagt er. Bären könne man nur anhand ihrer DNA identifizieren. «Bei Bären ist es nicht wie bei den Luchsen, die man je nach Zeichnung voneinander unterscheiden kann, wenn gutes Bildmaterial vorliegt.»

M29 bewegt sich seit Mai 2017 im Kanton Bern und in der Innerschweiz. Die Fachstelle Kora hat seine Route seit seiner Einwanderung aus Italien festgehalten: Vor allem die Region zwischen Sustenpass, Brünig und Eriz scheint ihm zu gefallen. Die letzte Sichtung von M29 war am 21. April 2018 auf dem Hasliberg.

Übernommen von 20 Minuten.

hvw

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