Das Web feiert den Mann im roten Pulli

Ken Bone kam als unentschlossener Wähler zur Trump-Clinton-Debatte. Kurz darauf macht ihn das Internet zur Stil-Ikone – und lanciert ihn als Präsidentschaftskandidaten.

Liebling der Herzen: Ken Bone stellt eine Frage zur Energiepolitik. (Video: abc/Youtube)

Ein Nebendarsteller im US-Wahlkampf geniesst seine fünf Minuten Ruhm in vollen Zügen. «Gestern hatte ich sieben Follower auf Twitter. Zwei davon waren meine Grossmutter … Sie vergass ihr Passwort und musste alles noch einmal machen», erklärte Ken Bone gestern auf CNN (zum Beitrag auf Youtube). «Nun sind es schon mehrere Hundert.» Der Fernsehauftritt verlieh seiner Popularität weiteren Schub. Heute Morgen folgten dem Mann aus St. Louis schon fast 78'000 auf dem Kurznachrichtendienst.

Der unscheinbare, korpulente Mann mit Halbglatze, Schnurrbart und Brille hat es zahlreichen Zuschauern angetan. Begeisterung löst vor allem sein roter Strickpullover aus. Dabei handelt es sich bei dem Kleidungsstück nur um Plan B, wie er CNN erklärt. Die Hose des olivgrünen Anzugs, den er eigentlich tragen wollte, riss, als er ins Auto stieg. Nun ist das Pulli-Modell angeblich ausverkauft, wie ein Screenshot des Händlers Izod belegen soll.

Einige Teilnehmer in den sozialen Medien riefen Bone zum Gewinner der Präsidentschaftsdebatte aus. Auf dem Twitter-Account @TheKenBone wird sogar dazu aufgerufen, ihn zum US-Präsidenten zu wählen. Das Konto wird nicht von Bone betrieben, der unter @kenbone18 twittert.

Es ist durchaus möglich, dass Bone am Ende einige Stimmen machen wird. Schliesslich lieferten sich in den 1970er- und 1980er-Jahren Mickey Mouse und Yogi Bear jeweils ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Plätze hinter den offiziellen Kandidaten. Mit seiner sympathischen Art verkörperte er «eine kleine Flamme der Güte und Hoffnung im ansonsten düsteren Ton der Debatte», wie die «Washington Post» schreibt.

Bone selber findet es eigenartig, dass er zu einem Highlight der Debatte erklärt wurde. «Ich denke, es gibt genügend Probleme, über die man reden könnte», sagt er CNN.

Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, was Bone die Präsidentschaftsanwärter Clinton und Trump gefragt hat: «Welche Schritte unternehmen Sie, um die Energiesicherheit des Landes sicherzustellen, die gleichzeitig aber umweltfreundlich sind und Jobverluste in der Ölindustrie minimieren?»

rub

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