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Der Bunny-Papa wird 85

Hugh Hefner gehört mit seinem «Playboy» zu den erfolgreichsten, umstrittensten und skurrilsten Journalisten des 20. Jahrhunderts. Sein Leben könnte dem eigenen Magazin entsprungen sein.

«Playboy» wird züchtig: Ab kommendem Frühjahr wird die berühmte Zeitschrift «Playboy» neu gestaltet und verzichtet auf komplett nackte Frauenkörper. Der Magazingründer Hugh Hefner, hier mit Crystal Hefner bei der jährlichen Halloweenparty. (25. Oktober 2014)
«Playboy» wird züchtig: Ab kommendem Frühjahr wird die berühmte Zeitschrift «Playboy» neu gestaltet und verzichtet auf komplett nackte Frauenkörper. Der Magazingründer Hugh Hefner, hier mit Crystal Hefner bei der jährlichen Halloweenparty. (25. Oktober 2014)
AFP
Zwar werden Frauen weiter in provokanten Posen gezeigt, jedoch sollen sie nicht mehr völlig nackt abgebildet werden. Der Grund für die Veränderung sei die grosse Konkurrenz im Internet. (4. November 2010)
Zwar werden Frauen weiter in provokanten Posen gezeigt, jedoch sollen sie nicht mehr völlig nackt abgebildet werden. Der Grund für die Veränderung sei die grosse Konkurrenz im Internet. (4. November 2010)
Keystone
Jünger denn je: Noch dieses Jahr wird Hugh Hefner seine dritte Frau, Crystal, ehelichen. (26. April 2010)
Jünger denn je: Noch dieses Jahr wird Hugh Hefner seine dritte Frau, Crystal, ehelichen. (26. April 2010)
Keystone
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Hefner hat kaum etwas ausgelassen, auch wenn er in sehr geordneten Verhältnissen aufwuchs. Beide Eltern waren Lehrer und der Vater ein Nachkomme von William Bradford (1590-1657), dem Führer der Auswanderer vom Schiff «Mayflower».

Der Mann, auf den auch das Erntedankfest in den USA zurückgehen soll, war Puritaner und wollte von Vergnügen wie Tanz und Wirtshaus nichts wissen. Sex ausserhalb der Ehe war ebenso Teufelswerk wie der Anblick unbedeckter Körperteile. Und solch ein Mann bekam einen Nachfahren wie Hugh Hefner.

Covergirl Marilyn

Hefner war schon immer ein Mann, der die Frauen lieber «begreift» als versteht. Er sah sich immer als Ästhet: Was sei denn dran an einer nackten Frau, das sei doch etwas unschuldiges, natürliches und schönes? Und viel zu selten zu sehen in den prüden Vierzigern. Dabei war sein Arbeitgeber, das Herrenmagazin «Esquire», schon weiter als andere und veröffentlichte die heute legendären Pinup- Zeichnungen von Alberto Vargas. Aber Hefner war das nicht genug und als der «Esquire» ihm ein paar Dollar Lohnerhöhung nicht geben wollte, stieg er aus.

Er nahm Kredite auf, belieh seinen Hausrat und pumpte seine Mutter an. Im Dezember 1953 kam das erste Heft auf den Markt - ohne Datum, denn eine zweite Ausgabe war fraglich. Aber ihm half das Titelmädchen. Das hatte vier Jahre zuvor ein paar Nacktbilder von sich knipsen lassen, als es noch Norma Jeane Baker hiess. Inzwischen war daraus Marilyn Monroe geworden - und Hefner wurden die Hefte, mit 50 Cent nicht billig, aus den Händen gerissen.

«Schmutz und Schund»

Wer zog sich in den Jahren darauf nicht alles aus für das Hochglanzmagazin mit der Ausklappseite: Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Nancy Sinatra, Katarina Witt und Tanja Szewczenko, Farrah Fawcett und zuletzt sogar Zeichentrickmutter Marge Simpson.

In dutzenden Ländern, zum Beispiel fast allen muslimischen, ist der «Playboy» bis heute illegal. In der DDR war er als «Schmutz- und Schundliteratur» verboten. In Irland liegt er erst seit 1995 wieder am Kiosk. Auch in den USA bekam Hefner hunderte Anzeigen. Im Juni 1963 wurde er sogar festgenommen, aber zu einer Verurteilung wegen «Obszönität» kam es nicht. Das Geschäft florierte dennoch.

Im Untergang begriffen?

Heute, während Hefner weiter seine Partys feiert, umringt von blutjungen Blondinen mit gepimptem Busen und gleich nach seinem 85. eine 24-Jährige heiraten will, bröckelt das Imperium. Nackte Haut ist im Internet vielfältiger und billiger zu haben als am Kiosk.

Hefners Tochter Christie konnte als Chefin nicht verhindern, dass das einstige Flaggschiff Schlagseite bekam und die Auflage einbrach. Seit zwei Jahren gibt es nur noch elf Ausgaben im Jahr. Hefner verkaufte gar sein Anwesen, um Geld locker zu machen. Der «Playboy» ist immer noch eine Institution, aber Anfang April 2011 stand die Aktie bei nur 6,22 Dollar - dafür bekommt man am Kiosk nicht einmal das aktuelle Heft.

SDA/dj

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