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«Es war der ultimative Albtraum»

In einem BBC-Interview erzählt der Vater von Greta Thunberg von der Zeit vor dem Klima-Streik. Am meisten Sorgen bereitet ihm, was Anhänger und Gegner aus seiner Tochter machen.

Svante und Greta Thunberg bei ihrer Rückkehr nach Europa. (3. Dezember 2019) Foto: Rafael Marchante/Reuters
Svante und Greta Thunberg bei ihrer Rückkehr nach Europa. (3. Dezember 2019) Foto: Rafael Marchante/Reuters

Als guter Vater sollte man seine Kinder eigentlich unterstützen, doch Svante Thunberg, dessen Tochter Greta im vergangenen Jahr das Thema Klimawandel auf die ganz grosse Tagesordnung gesetzt hat, hat das zunächst einmal nicht getan. Als die 16-Jährige im vergangenen Jahr begann, freitags die Schule für das Klima zu bestreiken, unterstützte er sie erst einmal nicht, bekannte Thunberg nun im Interview mit der britischen BBC.

Dies habe sich allerdings schnell geändert, da er gesehen habe, wie glücklich dies seine zuvor von Depressionen geplagte Tochter machte. Schon «drei oder vier Jahre» vor dem Schulstreik hätten diese Greta Thunberg fertiggemacht, seine Tochter habe schliesslich sogar das Essen verweigert. «Es war der ultimative Albtraum», sagt Svante Thunberg. Seitdem die Schwedin allerdings streikt und sich schliesslich an die Spitze der Klimabewegung gesetzt hat, hat sich ihr Wesen geändert. Greta sei aufgrund ihrer Aktionen nun eine «sehr glückliche» Jugendliche.

Die sich allerdings auch teenagertypisch gegen ihre Eltern auflehnte. Sie habe ihre Eltern als «grosse Heuchler» bezeichnet, berichtet ihr Vater. Daraufhin hätten er und seine Frau ihr Verhalten überdacht. Er ernährt sich nur noch vegan, und Gretas Mutter reist nicht mehr mit dem Flugzeug. Seiner Tochter habe diese Unterstützung und der Glauben an ihre Werte «Energie und Kraft» gegeben.

Für Thunbergs Vater geht es nicht ums Klima

Svante Thunberg begleitete seine Tochter in diesem Jahr, als sie über den Atlantik nach New York segelte, um vor dem UN-Klimagipfel aufzutreten. Für ihn geht es dabei allerdings nicht ums Klima. «Ich wusste, dass es das Richtige ist. Aber ich habe es vor allem getan, um mein Kind zu retten. Ich habe zwei Töchter, und sie sind das Einzige, was für mich wichtig ist.»

Thunbergs Vater sorgt sich vor allem, dass Menschen seine Tochter instrumentalisieren könnten: «Die Fake News, all die Dinge, die Menschen um sie herum erfinden. Und der Hass, den das erzeugt.» Er lobt allerdings seine Tochter für den Umgang damit; sie halte die Kritik «unfassbar gut» aus. Er wisse nicht, wie sie das anstelle.

Da Greta kommendes Jahr 17 wird, will er sie nicht mehr auf jeder ihrer Reisen begleiten. «Wenn sie mich braucht, werde ich versuchen, da zu sein. Aber ich glaube, dass sie immer unabhängiger wird, und sie schafft das auch alles grossartig alleine.»

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