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Jeder Drilling will der Schönste sein

Bei der Mister-Ostschweiz-Wahl nehmen zum ersten Mal drei eineiige Drillinge teil. Für Verwirrung ist gesorgt.

Schönheit ist ein relativer Begriff. Wenn sie aber gleich in dreifacher Ausführung vorkommt, muss was dran sein. Das trifft offenbar für Gian, Beda und David Bernhard zu. Die eineiigen Drillinge aus Maienfeld gleichen sich wirklich wie ein Ei dem andern, und sie treten übernächsten Samstag im Wettbewerb um den Titel Mister Ostschweiz an. In der Vorausscheidung mussten die drei Beaus gegen rund hundert Mitbewerber ankämpfen - und schafften den Sprung ins Finale.

Damit ist der ansonsten eher zweitklassigen Schönheitskonkurrenz mit Kandidaten aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Graubünden und Appenzell die nationale Medienaufmerksamkeit gewiss. Die Organisatoren können sich brüsten, dass sich in Europa das erste Mal überhaupt eineiige Drillinge um einen Schönheitstitel bewerben. Fürwahr ein Glücksfall, denn pro 200 Millionen Geburten kommt diese medizinische Seltenheit gerade einmal vor.

Ins Rennen steigen die 21-jährigen Brüder (Sternzeichen Zwilling!) aber nicht im Dreierpack, sondern einzeln. So will es das Reglement, nur ein einziges männliches Individuum kann Mister Ostschweiz werden. Die Jury ist also gefordert. Wie erkennt sie schönheitsrelevante Unterschiede, wenn perfekte Gleichheit herrscht?

«Kein Problem», sagt Beda, der Bankkaufmann. Man unterscheide sich nicht nur im Kleiderstil, sondern auch punkto Ausstrahlung und Charakter, was für das ästhetische Empfinden genauso relevant sei wie die Körpermasse. Sich selber beschreibt Beda als «lebensfreudig, witzig und spontan». David, der Vermessungszeichner, sei ein «Draufgänger, der keine Fete auslässt», und Gian, der Hochbauzeichner, «ist der Ruhigste von uns dreien».

Der Kandidaten-Fragebogen weist fein säuberlich weitere Unterschiede auf - Vorbilder, Hobbys, Lieblingsfilme oder Traumautos. Gleichzeitig betonen die Drillinge, dass sie sich nicht wegen des Geldes oder der Aussicht auf lukrative Sponsorenverträge am Wettbewerb beteiligten, sondern aus Spass und Neugier. Und in einem Punkt schlägt die genetisch bedingte Uniformität durch: Alle drei sind der Schweizer Armee zugetan. David ist daran, den Offiziersgrad Leutnant abzuverdienen, weitergemacht hat auch Beda, und Gian befindet sich gerade in der Rekrutenschule. Und ja, liebe weibliche Fans, alle drei haben eine Freundin. Sie sind also bereits vergeben.

Der neue Mister Ostschweiz wird am Samichlaustag an einem für solche Events eher ungewohnten Ort gekürt: in der St. Galler Tonhalle. Wer den Titel holt, qualifiziert sich direkt als Finalist für die Mister-Schweiz-Wahl 2009. Und wer weiss, vielleicht wird der allerschönste Schweizer nächstes Jahr aus dem bündnerischen Maienfeld stammen, mitten im Heidiland. Eine Herkunft, die verpflichtet. Sie stünden «für gerade Werte auf dieser Welt», heisst es denn auch auf der Website der Drillinge. Was bedeutet das genau? «Immer sich selber sein und ehrlich bleiben», sagt Beda. «Für die Heimat einstehen, aber mit offenen Augen für die Welt», sagt Gian. Schöner hätte es wohl auch die «Heidi»-Autorin Johanna Spyri nicht formulieren können.

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