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Meghan Markle wird Opfer von rassistischen Angriffen

Die Verlobte von Prinz Harry muss sich seit einigen Monaten gegen Hetze wehren. Jetzt erreichte das Paar sogar ein Brief, der als krimineller Angriff gewertet wird.

Cathrin Kahlweit, London
In Schottland trainierte Meghan Markle mit Prinz Harry für ihr royales Leben, derweil erhält sie aufgrund ihrer Herkunft Drohbriefe. (Video: Tamedia/Reuters)

Als «kriminellen Angriff mit rassistischem Hintergrund» behandelt die britische Polizei einen Brief, der im St.-James-Palast in London einging und an Prinz Harry und seine Verlobte, die US-Schauspielerin Meghan Markle, adressiert war. Der Brief enthielt weisses Pulver, das wie das Gift Anthrax aussah, sich aber später als harmlos herausstellte. Ein Sprecher von Scotland Yard sagte, der Brief enthalte «Bemerkungen mit bösartigem Inhalt» und werde als hate crime, als Hassverbrechen behandelt.

Das Paar will im Mai in Windsor heiraten, und Angriffe von Rassisten sind eines von vielen Horrorszenarien, mit denen sich die Polizei derzeit herumschlägt; schliesslich wollen Prinz Harry und seine künftige Frau eine Fahrt in einer offenen Kutsche durch die Stadt unternehmen.

Wollen die Öffentlichkeit an der Hochzeit teilhaben lassen: Prinz Harry und Meghan Markle. (18. Januar 2018)
Wollen die Öffentlichkeit an der Hochzeit teilhaben lassen: Prinz Harry und Meghan Markle. (18. Januar 2018)
Ben Birchall, AFP
Harry und Meghan am offiziellen Verlobungs-Fotoshooting. (27. November 2017)
Harry und Meghan am offiziellen Verlobungs-Fotoshooting. (27. November 2017)
Daniel Leal-Olivas, AFP
Von Prinz Harry selbst entworfen: Der Verlobungsring von Meghan Markle. (27. November 2017)
Von Prinz Harry selbst entworfen: Der Verlobungsring von Meghan Markle. (27. November 2017)
Matt Dunham, Keystone
Es wird eine Mai-Hochzeit: Prinz Harry und Meghan Markle beim offiziellen Verlobungs-Fotoshooting in den Sunken Gardens im Kensington Palace am 27. November 2017.
Es wird eine Mai-Hochzeit: Prinz Harry und Meghan Markle beim offiziellen Verlobungs-Fotoshooting in den Sunken Gardens im Kensington Palace am 27. November 2017.
Chris Jackson/Chris Jackson/Getty Images
Jetzt ist es offiziell: Prinz Harry und Meghan Markle heiraten im Frühling 2018.
Jetzt ist es offiziell: Prinz Harry und Meghan Markle heiraten im Frühling 2018.
Vaughn Ridley/Getty Images for the Invictus Games, AFP
Der Royal und die Schauspielerin sind seit knapp eineinhalb Jahren ein Paar.
Der Royal und die Schauspielerin sind seit knapp eineinhalb Jahren ein Paar.
Chris Jackson/Getty Images for the Invictus Games, AFP
Im Frühling 2016 haben sie und der Prinz sich in Kanada kennen gelernt.
Im Frühling 2016 haben sie und der Prinz sich in Kanada kennen gelernt.
Chris Jackson/Getty Images for the Invictus Games, AFP
Schluss mit der Geheimnistuerei: Diesen September äusserte sich die Schauspielerin erstmals öffentlich zu ihrer Beziehung mit Prinz Harry.
Schluss mit der Geheimnistuerei: Diesen September äusserte sich die Schauspielerin erstmals öffentlich zu ihrer Beziehung mit Prinz Harry.
Karwai Tang/WireImage, AFP
Ihre Herkunft brachte ihr manche Vorurteile ein: Der Vater der Schauspielerin ist weiss, die Mutter Afro-Amerikanerin.
Ihre Herkunft brachte ihr manche Vorurteile ein: Der Vater der Schauspielerin ist weiss, die Mutter Afro-Amerikanerin.
Karwai Tang/WireImage
Bekanntes Gesicht: Meghan Markle ist besonders aus der Anwaltsserie Suits bekannt.
Bekanntes Gesicht: Meghan Markle ist besonders aus der Anwaltsserie Suits bekannt.
Shane Mahood/USA Network/NBCU Photo Bank via Getty
«Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt»: In einem Interview mit dem Magazin «Vanity Fair» sagte die 36-Jährige, sie habe Harry erstmals im Juli vergangenen Jahres in London getroffen.
«Wir sind ein Paar. Wir sind verliebt»: In einem Interview mit dem Magazin «Vanity Fair» sagte die 36-Jährige, sie habe Harry erstmals im Juli vergangenen Jahres in London getroffen.
Ian Watson/USA Network/NBCU Photo Bank via Getty I
Nun haben die beiden ihre Verlobung bekannt gegeben.
Nun haben die beiden ihre Verlobung bekannt gegeben.
Chris Jackson/Getty Images for the Invictus Games, AFP
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Aber es sind mehr als Sicherheitsfragen, die die Briten umtreiben: Warum ist Markle, Tochter einer Afroamerikanerin und eines Weissen – und nach eigenen Angaben eine «starke, selbstbewusste, gemischtrassige Frau» – im liberalen Grossbritannien so massiven rassistischen Übergriffen ausgesetzt, dass sich ein empörter und verletzter Harry über die Medien schon im November öffentlich dagegen verwahren musste?

Einerseits ist es das erste Mal, dass ein Mitglied des Königshauses eine Frau mit afroamerikanischen Wurzeln heiratet, andererseits halten sich die Briten als ehemalige Kolonialmacht und stärkste Nation im Commonwealth viel auf ihre Integrationsfähigkeit und ihrer multikulturelle Bevölkerung zugute.

Katholisch, geschieden – und eine seltsame Wahl

Und doch sind offene und versteckte Übergriffe an der Tagesordnung. Einen Shitstorm zog sich die Freundin des per Mitgliederentscheid geschassten Ukip-Parteichefs Henry Bolton zu, die per Twitter davor gewarnt hatte, dass Markle die DNA des Königshauses verschmutze und die Royals in den Dreck ziehe. Das ging denn doch zu weit.

Durchaus seriöse Medien wie der Spectator haben da subtilere Methoden: In einem Kommentar stellte die Kolumnistin Melanie McDonagh trocken fest, Markle sei nicht nur katholisch und geschieden, sondern auch sonst eine, nun ja, seltsame Wahl: «Vor 70 Jahren wäre Markle der Typ Frau gewesen, die der Prinz sich als Geliebte genommen, nicht aber zur Gattin erwählt hätte.» Erschwerend komme hinzu, so McDonagh, dass Markle eine Menge peinlicher Verwandter habe.

Die Schwester des Aussenministers, die Journalistin Rachel Johnson, stellte fest, Markle bringe eine «exotische DNA» in die königliche Familie und ihre Dreadlocks tragende Mutter komme von der «falschen Seite der Gleise», also aus einer schlechten Gegend.

Harry reagiert mit offizieller Erklärung

In den sozialen Netzwerken geht es derweil deftiger zu – so deftig, dass Harry sich genötigt sah, schon vor der Verlobung ein offizielles Statement herauszugeben. Er sei zwar dankbar für die Wärme und die Zuneigung, die er über die Jahre erfahren habe, liess er wissen. Aber seine Freundin sei mittlerweile allzu oft das Objekt von «Belästigung und Herabsetzung» geworden.

Zeitungen führen regelrechte Schmierenkampagnen, im Netz lebten sich rassistische Trolle aus, Meghans Mutter werde bedroht, Boulevardblätter versuchten, Ex-Freunde von Markle zu bestechen, um sie zum Reden zu bringen – all das sei unerträglich geworden.

Stiller geworden sind die Rassisten seitdem nicht; es sieht so aus, als sei das erst der Anfang.

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