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Behörden veröffentlichen Namen der Vermissten

Die Behörden haben eine Liste mit den Namen der Vermissten nach dem Schiffsunglück vor Giglio publiziert. Gesucht werden 24 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder – darunter auch ein 5-jähriges Mädchen.

Auf der Liste der toskanischen Behörden sind 28 Namen aufgeführt. Als vermisst gelten demnach 13 Deutsche, sechs Italiener, vier Franzosen, zwei US-Bürger, ein Ungar, ein Inder und ein Peruaner. Zu den Verschollenen zählen auch ein fünfjähriges italienisches Mädchen und sein Vater.

Die Suche nach Eingeschlossenen in dem havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der toskanischen Insel Giglio ist zum Schutz der Helfer erneut unterbrochen worden. Das Wrack sinkt weiter ab. Dadurch seien die notwendigen Sicherheitsbedingungen nicht gegeben, sagte der Sprecher der Rettungseinheiten, Luca Cari.

Erstaunliche Begründung

Der Kapitän der Costa Concordia sorgte mit einer neuen Begründung für sein vorzeitiges Verlassen des Unglücksschiffes für Aufsehen. Laut italienischen Medienberichten machte Francesco Schettino ein technisches Problem dafür verantwortlich, dass er die Evakuierung an Bord nicht koordiniert hat.

«Ich wollte nicht abhauen, sondern habe Passagieren geholfen, ein Rettungsboot ins Wasser zu lassen», sagte der 52-Jährige demnach vor einer Richterin. Als der Absenkmechanismus blockierte und plötzlich aber wieder ansprang, «bin ich gestrauchelt und lag plötzlich zusammen mit den Passagieren im Boot».

Daraufhin habe er nicht mehr auf das Schiff zurückkehren können, weil sich dieses schon zu sehr in Schräglage befunden habe. Die Zeitungen «Corriere della Sera» und «La Repubblica» zweifeln diese Version der Ereignisse an, vor allem weil sich in dem Rettungsboot auch der zweite Offizier und der dritte Offizier befunden hätten.

Chaotische Rettungsmassnahmen

Der schwer belastete Kapitän des Unglücksschiffes kehrte nach seiner dreistündigen Vernehmung bei der Richterin in seinen Heimatort Meta di Sorrento zurück. Die Richterin hatte den Haftbefehl gegen ihn in einen Hausarrest umgewandelt.

Staatsanwalt Francesco Verusio, der Schettino nach der Havarie hatte festnehmen lassen, äusserte Unverständnis über diesen Entscheid. Dem Kapitän wird mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung vorgeworfen. Ein Gesprächsprotokoll belegt völlig chaotische Rettungsmassnahmen.

Dem 52-Jährigen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft. Der 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4200 Menschen an Bord hatte am Freitagabend nach einer Kursänderung des Kapitäns einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen.

Schlechteres Wetter angekündigt

Bisher wurden elf Leichen geborgen. Das Schiff liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel. Naturschützer fürchten, dass Treibstoff das fragile Ökosystem weit über die toskanische Insel hinaus verschmutzt.

Am Mittwoch sollten die Vorbereitungen für ein Abpumpen der knapp 2400 Tonnen Dieselöl in den Tanks des Kreuzfahrtschiffes fortgesetzt werden. Rettungsmannschaften befürchten jedoch, das stärkerer Seegang nach einer angekündigten Wetterverschlechterung die Bergungsarbeiten weiter behindern könnte.

SDA/wid

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