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Wird die Costa Concordia in 15 Teile zerschnitten?

Die Bergung des 114'500 Tonnen schweren und 290 Meter langen Luxusliners Costa Concordia stellt Experten vor eine grosse Herausforderung. Das Fazit: Die Aufgabe sei aufwändig, aber machbar.

Bereits 2002 wurde eine riesige Fähre von 190 Meter Länge erfolgreich aus dem Wasser gehoben. Der Autotransporter Tricolor kollidierte am 14. Dezember 2002 mit einem Containerschiff und sank.
Bereits 2002 wurde eine riesige Fähre von 190 Meter Länge erfolgreich aus dem Wasser gehoben. Der Autotransporter Tricolor kollidierte am 14. Dezember 2002 mit einem Containerschiff und sank.
Keystone
2003 begann die Bergung. Auch hier musste zuerst das Öl abgepumpt werden. Schliesslich wurde das Wrack mit Seilsägen durchtrennt.
2003 begann die Bergung. Auch hier musste zuerst das Öl abgepumpt werden. Schliesslich wurde das Wrack mit Seilsägen durchtrennt.
Keystone
2682 Neuwagen befanden sich zur Zeit der Kollision im Rumpf des Autotransporters. Im Oktober 2004 war die Bergung beendet.
2682 Neuwagen befanden sich zur Zeit der Kollision im Rumpf des Autotransporters. Im Oktober 2004 war die Bergung beendet.
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«Wenn es irgendeine Chance gibt, den Schaden am Rumpf abzudichten, kann man das Schiff eventuell auspumpen und wieder aufrichten», sagte Eyk-Uwe Pap des Rostocker Unternehmens Baltic Taucher.

«Wenn eine Bergung nicht möglich ist, wird das Schiff mit Ketten in mindestens 15 Teile zerschnitten. Diese könnten mit einem Grosskran geborgen werden», sagte Pap. Voraussetzung dafür sei, vorher alle umweltgefährdenden Stoffe wie Öle, Brennstoffe und Diesel aus dem Schiff abzupumpen. Dies könnten nur Spezialisten machen.

«Wenn man das Schiff durchschneidet, ist es unumgänglich, dass hier und da eine Gewässerverunreinigung eintreten kann», sagte Pap. Deshalb müssten zwingend Ölbekämpfungsmassnahmen eingeleitet werden, zum Beispiel durch den Einsatz von Ölaufnahmeschiffen oder Ölwehrmitteln.

2400 Tonnen Treibstoff abpumpen

Das niederländische Bergungsunternehmen Smit könnte nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen mit dem Abpumpen des Öls aus dem havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia beginnen. Smit spezialisiert sich auf maritime Bergungsarbeiten und war an der Hebung des russischen Atom-U-Bootes Kursk beteiligt. Allerdings habe man bisher noch keine Freigabe, um mit den Arbeiten zu beginnen, teilte das Unternehmen mit Hauptsitz in Rotterdam mit. «Die höchste Priorität haben die Rettungs- und Bergungsarbeiten», sagte Unternehmenssprecher Martijn Schuttevaer.

Erst im Anschluss an den Rettungseinsatz, an dem das Unternehmen nicht beteiligt sei, werde in einer zweiten Phase Schweröl und Diesel abgepumpt. Dieses könne zwei bis vier Wochen dauern. Es müssten bis zu 2400 Tonnen Treibstoff und Schmierstoffe abgepumpt werden.

Das in flachem Wasser liegende Wrack drohe nicht in grössere Tiefe abzusinken, fügte van Essen hinzu. Etwaige Bewegungen seien auf das weitere Eindringen von Seewasser in die Hülle der Costa Concordia zurückzuführen und stellten keine Gefahr da. Wann das Wrack selbst geborgen und abtransportieren werden könne, stehe aus. Man werde jedoch versuchen, das Schiff im besten Fall in einem Teil zu transportieren.

Bergung könnte drei Jahre dauern

Für die Bergung bräuchten die Experten je nach Wetterlage, Unterwassersicht, Strömungsverhältnissen und Zugänglichkeit zwischen einem und drei Jahren. Die Überreste des Schiffes würden in Einzelteile zerlegt und wiederverwertet. Die Bergung eines so grossen Schiffes wie der Costa Concordia könnten weltweit maximal sechs Unternehmen leisten, schätzt Eyk-Uwe Pap.

Bereits 2002 wurde laut dem Experten ein Schiff solcher Grösse erfolgreich geborgen. Die Fähre Tricolor sei damals im Ärmelkanal untergegangen und später zerschnitten und in Teilen an Land verschifft worden.

SDA/ dapd/bru, jak

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