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13 Kinder in muslimischer Schule verbrannt

Laut Polizei geriet eine Religionsschule in Burma wegen eines Kurzschlusses in Brand. Muslimische Einwohner sind mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden und verlangen weitere Untersuchungen.

Die Trauer nach dem verheerenden Brand ist gross: Beisetzung der Toten im Norden Ranguns. (2. April 2013)
Die Trauer nach dem verheerenden Brand ist gross: Beisetzung der Toten im Norden Ranguns. (2. April 2013)
Keystone

Bei einem Brand in einer muslimischen Religionsschule sind in Burma 13 Kinder und Jugendliche gestorben. Das Feuer sei am frühen Morgen in der Schule im Zentrum der ehemaligen Hauptstadt Rangun ausgebrochen und habe die Kinder im Schlaf überrascht, teilte die Polizei mit. Offiziellen Angaben zufolge war das Feuer ein Unglück, viele Muslime vermuteten aber Brandstiftung durch Buddhisten.

Zum Zeitpunkt des Brandes um 3 Uhr früh schliefen mehr als 70 Kinder, Jugendliche und ihre Betreuer in dem Gebäude, das neben der Schule auch eine Moschee beherbergt. Die meisten konnten gerettet werden, doch für 13 von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Sie verbrannten oder erstickten. «Sie waren in der ersten Etage und konnten nicht fliehen, weil die Fenster vergittert waren», berichtete der Chef der Regionalregierung von Rangun, Myint Swe. Die Treppen wiederum hätten in Flammen gestanden. Die Flucht vor den Flammen wurde dadurch erschwert, dass auch die Eingangstüren abgeschlossen waren.

Spontane Kundgebung

Einwohner berichteten, bei den Toten habe es sich vor allem um Waisen gehandelt, die in der Schule einen Sommerkurs absolvierten. Der Polizei zufolge wurde das Feuer durch ein Problem mit der Stromversorgung ausgelöst, die es in dem südostasiatischen Land immer wieder gibt. «Den ersten Untersuchungen zufolge wurde das Feuer durch eine stark überhöhte Stromspannung in der Moschee verursacht», hiess es auf der Facebook-Seite der Polizei.

Muslimische Einwohner gaben sich mit den Erklärungen der Polizei jedoch nicht zufrieden. In einer spontanen Kundgebung unweit der Moschee forderten sie weitere Ermittlungen, wie eine AFP-Korrespondentin berichtete. Auch bei der Beisetzung der Toten auf einem Friedhof im Norden Ranguns zweifelten die Trauernden an den offiziellen Angaben. «Ich glaube, dass irgendjemand den Brand mit Absicht ausgelöst hat», sagte Religionslehrer Khin Maung Hla, der den Flammen entkommen war.

Lange unterdrückt worden

In Burma herrscht derzeit eine extreme Spannung zwischen Buddhisten und Muslimen. Vor zwei Wochen waren Unruhen in der zentralburmesischen Stadt Meiktila ausgebrochen, ganze Stadtviertel und mehrere Moscheen gingen dort in Flammen auf. Die Gewalt griff auf mehr als ein Dutzend Städte über, mehr als 40 Menschen wurden getötet. Auch in Rangun, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des südostasiatischen Landes, nahmen die Spannungen zu, doch blieb es bisher ruhig.

Die Spannungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und der muslimischen Minderheit in Burma waren während der jahrzehntelangen Militärdiktatur unterdrückt worden. Es besteht die Befürchtung, dass die Unruhen im Zuge der Demokratisierung des Landes nun zunehmen könnten. Am vergangenen Donnerstag hatte Präsident Thein Sein zur Ruhe aufgerufen und damit gedroht, die Sicherheitskräfte gewaltsam einschreiten zu lassen. Seither beruhigte sich die Lage.

(AFP)

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