20'000 Blitze und viel Regen: Gewitter beenden die Hitzewelle

In der Nacht zogen Unwetter über die Schweiz und brachten Starkregen und Sturmböen. In mehreren Regionen galt Warnstufe Rot.

Hohe Blitzaktivität: In der Nacht zogen Unwetter über die Schweiz. Video: Tamedia

Die Hitzewelle ist in der Nacht mit heftigen Gewittern zu Ende gegangen. Sie brachten 20'000 Blitze, lokal grosse Regenmengen und bis zu drei Zentimeter grosse Hagelkörner, schreibt SRF Meteo. Während es am Abend vor allem in den Kantonen Bern, Graubünden, Tessin, Waadt und Schwyz blitzte und donnerte, waren ab Mitternacht bis gegen 7.00 Uhr vor allen die Kantone Zürich, St. Gallen, Thurgau und Zug betroffen.

Die Unwetterzellen zogen vom Seeland her über das Mittelland nach Osten, das Zentrum lag in der zweiten Nachthälfte im Nordosten. Mit 60 Millimetern Regen innert einer Stunde gab es am Hörnli im Kanton Zürich den meisten Niederschlag. Es folgen Cham ZG mit 47 Millimetern, Wädenswil ZH und Gersau SZ mit 46 Millimetern, Zürich Flughafen mit 45 Millimetern, Niederuzwil SG mit 44 Millimetern und Grono GR mit 43 Millimetern. Im Kanton Zürich wurden 7900 und in St. Gallen 3000 Blitze gemessen.

Die Kantonspolizei Zürich verzeichnete rund ein Dutzend Anrufe unter anderem wegen überschwemmter Keller und Unterführungen sowie abgebrochener Äste auf Strassen. Blitzeinschläge lösten offenbar in einem Dutzend Fällen Alarmanlagen aus.

Meteocentrale hatte in der Nacht eine Unwetterwarnung Stufe Rot für den Kanton Zürich ausgesprochen. Um 1.10 Uhr wurde ein Gewitter mit Zentrum über Stallikon registriert. Laut Mitteilung kam das Gewitter von Westen her und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h in östliche Richtung. Es brachte Hagel, Starkregen und Sturmböen mit hoher Blitzaktivität. Folgende Orte befanden sich in der Zugbahn des Unwetters: Zürich, Herrliberg, Meilen, Gossau ZH und Hinwil.

Starkregen über Stäfa. Video: Tamedia

Starkregen führte auch in der Ostschweiz zu überschwemmten Kellern, wie ein Sprecher der Kantonspolizei Thurgau und St. Gallen am Dienstag auf Anfrage sagte. Gegen halb eins in der Nacht habe die Feuerwehr im Raum Sirnach und Kreuzlingen zu insgesamt ein Dutzend Einsätzen ausrücken müssen, um nach starkem Regen vollgelaufene Keller auszupumpen. Weitere Schäden seien nicht registriert worden.

Im Kanton St. Gallen kam es laut Kantonspolizei zu fünf Einsätzen in den Regionen Heerbrugg, Flumserberg, Flawil und Wil. Die Autobahn A1 bei Wil sei gegen 1 Uhr in der Früh wegen eines gestauten Baches kurzzeitig überschwemmt worden. Polizei und Feuerwehr mussten die Autobahn säubern. Einzelne Autos seien beschädigt worden.

Im Kanton Aargau zog ein Gewitter der Stufe Rot von Wohlen mit 43 km/h in östliche Richtung und brachte ebenfalls Hagel, Starkregen und Sturmböen.

Autofahrer bleibt in überfluteter Unterführung stecken

Wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden mitteilten, wurde in Zug die Bahnunterführung der Chamerstrasse überflutet und deswegen von der Polizei gesperrt. Ein Autofahrer kümmerte sich nicht um das Fahrverbot und blieb mit seinem Wagen im Wasser stehen. Das Auto musste abgeschleppt werden, der Lenker erhielt von der Polizei eine Busse.

Wegen des Gewitters gingen zwischen Mitternacht und 3 Uhr rund ein Dutzend Meldungen bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei ein. Die meisten Anrufe stammten aus Zug, Steinhausen und Hünenberg, dies wegen überfluteten Kellern, Waschküchen oder Strassen.

In Oberägeri schlug ein Blitz um 2.45 Uhr in einen Stromverteiler ein und verursachte einen Kurzschluss und einen Brand. Die Feuerwehr Oberägeri habe diesen rasch löschen können, teilten die Zuger Strafverfolgungsbehörden mit.

Letzter Hitzetag im Norden

Der Montag war verbreitet nochmals ein Hitzetag mit örtlich bis über 35 Grad. Am wärmsten wurde es dabei mit 35,7 Grad in Sitten. Für 15 Kantone ging eine Unwetterwarnung raus: NW, SG, SH, LU, ZG, UR, AG, SZ, BE, OW, ZH, AI, TG, GL und AR. In der Zentralschweiz, in Graubünden und im Tessin gab es am Abend bereits teils kräftige Regengüsse und Gewitter. Lokal gab es auch Hagel. In den Kantonen Bern und Solothurn fielen Körner mit einem Durchmesser von bis zu drei Zentimetern.

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In Glarus wurden Sturmböen mit bis zu 95 Kilometer pro Stunde gemessen, in Chur 103 km/h und auf dem 2480 Meter über Meer gelegenen Crap Masegn im Kanton Graubünden gar 123 km/h.

Die Meteorologen erwarten für heute einen etwas weniger heissen Tag mit rund 26 Grad. Vor allem im Süden und über den Alpen muss am Nachmittag und am Abend wieder mit Gewittern gerechnet werden.

ij/SDA

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