Wirbelsturm tötet über 100 Menschen im Süden Afrikas

Zahlreiche Tote und Vermisste, eine zerstörte Infrastruktur und grosse Schäden: Zyklon Idai hinterlässt in Moçambique, Malawi und Zimbabwe ein Chaos.

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Infolge eines starken Tropensturms und heftigen Regenfällen sind in Moçambique und in Zimbabwe mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Ländern im südlichen Afrika verursachte der Zyklon Idai – er hatte die Kategorie vier von fünf – schwere Schäden.

Zahlreiche Orte waren am Samstag noch von der Aussenwelt abgeschnitten. Rettungskräfte warnten, dass das gesamte Ausmass der Schäden in Moçambique wegen Ausfällen des Strom- und Handynetzes noch nicht absehbar gewesen sei.

Im Zentrum Moçambiques, wo Idai in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern vom Indischen Ozean her kommend auf Land gestossen war, starben mindestens 19 Menschen. Rund 70 weitere wurden teils schwer verletzt, wie der Gouverneur der betroffenen Provinz Sofala, Albert Mondlane, am Samstag einem Radiosender sagte.

Der Sturm zog direkt über die Grossstadt Beira mit 500'000 Einwohnern hinweg. Dort fielen Strom und Kommunikationsnetz aus. Das Rote Kreuz, Unicef und andere Helfer schickten auf dem Landweg Teams aus der Hauptstadt Maputo in die Region; Inlandflüge waren gestrichen.

Eine Brücke in Chimanimani wird von den Wassermassen mitgerissen. (Quelle: Twitter/ZBC News Online

Im Osten Zimbabwes in der Nähe des Ortes Chimanimani kamen infolge von Überschwemmungen mindestens 31 Menschen ums Leben. Rund 40 weitere würden noch vermisst, erklärte das Informationsministerium. Zahlreiche Häuser, Strassen und Äcker seien überflutet. Retter konnten den Ort wegen eingestürzter Brücken zunächst nicht erreichen.

Nach Angaben des Informationsministeriums in Harare sassen mehrere Menschen auf dem Gipfel eines Berges fest und warteten auf Rettung. Starker Wind hindere die Rettungshelikopter jedoch daran, hinaufzusteigen.

Dutzende Tote in Moçambique und Malawi

Idai traf am Donnerstag kurz vor Mitternacht (Ortszeit) bei der Stadt Beira rund 1200 Kilometer nördlich von der moçambiquanischen Hauptstadt Maputo auf Land. Es handelt sich um einen der stärksten tropischen Stürme der letzten 30 Jahre in dieser Region.

Bereits seit Monatsbeginn leidet Moçambique unter schweren Regenfällen. Schon vor dem Durchzug des Zyklon kamen dort mindestens 66 Menschen ums Leben. Im benachbarten Malawi starben wegen der Unwetter seit Monatsbeginn 56 Menschen, zehntausende wurden obdachlos.

Moçambique und Malawi gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Bereits seit mehreren Jahren herrschen dort im Wechsel lange Trockenzeiten und schwere Regenfälle mit verheerenden Folgen.

Schweiz schickt Hilfe

Die Schweiz schickte ein Spezialistenteam und Hilfsgüter nach Moçambique, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstag mitteilte. Die Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) werden demnach eine Lagebeurteilung vor Ort vornehmen und erste Soforthilfemassnahmen in den Bereichen Logistik, Notunterkünfte und Trinkwasser einleiten.

Zusätzlich sendet die Schweiz über das Wochenende 12 Tonnen Hilfsmaterial nach Moçambique: 1000 Blachen, 500 Werkzeug-Kits für den Bau von Notunterkünften, Grossraumzelte. Davon werden gemäss EDA rund 500 Familien profitieren. In der Lieferung seien auch 5 Mehrzweckzelte enthalten, die als Schulräume, Gesundheitszentren oder Lagerräume benutzt werden können.

nag/sda

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