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Arzt muss wegen sexueller Handlungen ins Gefängnis

Kantonsgericht bestätigt Urteil: Ein Arzt aus Lausanne muss ins Gefängnis. Wie ein «Sektenchef» habe er zwei Patientinnen von sich abhängig gemacht – und sexuell genötigt.

Das Waadtländer Kantonsgericht hat die in erster Instanz 2011 verhängte teilbedingte zweijährige Freiheitsstrafe gegen einen Arzt wegen sexueller Nötigung bestätigt. Der Mann hatte zwischen 1995 und 2007 zwei Patientinnen betatscht, die in ihrer Kindheit vergewaltigt worden waren.

Von den zwei Jahren muss der Arzt neun Monate absitzen. Das Kantonsgericht habe ausserdem das fünfjährige Berufsverbot als Psychotherapeut bestätigt, sagte Staatsanwalt Bertrand Bühler zur Nachrichtenagentur sda. Die genaue Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.

Das «Schlechte aus ihren Körpern vertreiben»

Die Richter des erstinstanzlichen Gerichts hatten damals von einem «schweren Fehlverhalten» gesprochen. Der Arzt habe die Situation seiner beiden Opfer ausgenutzt. Er habe sie von sich abhängig gemacht, in dem er sie von ihrem Umfeld isoliert und einer Gehirnwäsche unterzogen habe. Wie ein «Sektenchef» habe er sich verhalten.

Der Mediziner, der als Allgemeinpraktiker arbeitete, hatte nach einer zweijährigen Ausbildung in Psychiatrie die beiden Frauen psychotherapeutisch behandelt. Um das «Schlechte aus ihren Körpern zu vertreiben», hatte er die Frauen im Genitalbereich berührt und war mit den Fingern und – bei einer der beiden Frauen – mit einem Gegenstand in sie eingedrungen.

Vor Gericht gab der Arzt die Übergriffe an den Frauen zu, beteuert aber, er habe sie damit therapieren wollen. Er bezeichnete den Prozess gegen ihn als «exzessiv». Es habe ja schliesslich keine Toten gegeben, hatte er vor Gericht argumentiert.

SDA/rub

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