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Auftragskiller ab 5000 Franken

In der Region von Genf haben sich die Auftragsmorde in den letzten Jahren gehäuft. Gemäss einem Medienbericht ist es leicht, Leute zu finden, die zum Töten bereit sind.

Das Genfer Strafgericht hat Anfang Juni eine 39-jährige Frau und einen Auftragskiller wegen Mordes am Ehemann zu je 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Für den Auftragsmord soll der nicht geständige Mann 50'000 Franken erhalten haben. Gemäss dem Urteil stammt das Geld je zur Hälfte von der Frau des 42-jährigen Opfers und deren Mutter, die wegen Anstiftung zu Mord zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Um einen mutmasslichen Auftragsmord geht es auch in einem anderen aktuellen Fall aus Genf. Im letzten Februar wurde eine Frau in Chêne-Bougeries von Unbekannten angegriffen und verletzt. Inzwischen sitzen vier Kosovaren in Untersuchungshaft, unter ihnen befindet sich der Ehemann des Opfers, der als Auftraggeber des Angriffs gilt. Dieser soll den Tätern als Belohnung 400'000 Franken in Aussicht gestellt haben.

5000, 50'000 oder 400'000 Franken

Solche Gewaltdelikte, die in Auftrag ausgeführt wurden, haben sich in der Region Genf in den letzten Jahren offensichtlich gehäuft, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» berichtet. Die Summen, die Auftraggeber von Schwerverbrechen zu zahlen bereit sind, können erheblich variieren – in den geschilderten Fällen von Genf und Chêne-Bougeries reichen die Belohnungen von 50'000 bis 400'000 Franken.

Gemäss dem «Le Matin»-Bericht sind Auftragskiller bereits ab 5000 Franken zu haben. So soll ein Genfer Lebensmittelhändler im vergangenen März einen Jugendlichen maghrebinischer Herkunft engagiert haben. Dieser sollte für 5000 Franken einen Polizisten aus dem Weg räumen. Doch der Mord gelang nicht.

Kein Problem, Auftragskiller zu finden

Einen Auftragsmörder zu finden, sei nicht sehr schwierig, meint ein Genfer Detektiv. Im benachbarten Ausland, etwa in den französischen Städten Marseille oder Lyon, finde man ohne grössere Probleme Kriminelle, die zum Töten bereit seien. Für solche Leute sei das Geld Motivation genug. Der Kriminalpsychologe Philip D. Jaffé sagt, dass angehende Auftragsmörder meist in einem Milieu der Kleinkriminalität lebten. Sie erhofften sich, durch einen Mord den Aufstieg in der Kriminellenhierarchie zu schaffen.

Der Anwalt Marc Bonnant sagt, dass Auftragskiller oft aus Ländern kämen, wo kriminelles Verhalten alltäglich und ein Menschenleben nicht viel wert sei. Das seien in der Regel Länder, wo die Menschen Gewalterfahrungen ausgesetzt seien oder wo Kriege herrschten. Aber, so ein anderer Experte, «auch bei uns gibt es Menschen, die keine Skrupel kennen». Anders als in Filmen sei die Realität der Auftragsmorde mehr banal als raffiniert. Oft seien es Amateure, die wegen des Geldes zu töten versuchten.

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