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Auto von regierungskritischem Journalisten gesprengt

Zeitgleich mit dem Besuch des EU-Kommissionspräsidenten in Sofia explodierte ein Sprengsatz unter dem Wagen eines regierungskritischen Journalisten. Ähnliches war bereits vor einigen Monaten passiert.

Schlechtes Timing: Am selben Tag, als die Bombe detonierte, traf sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (links) mit Ministerpräsident Boiko Borisow in Sofia.
Schlechtes Timing: Am selben Tag, als die Bombe detonierte, traf sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (links) mit Ministerpräsident Boiko Borisow in Sofia.
Keystone

In Bulgarien ist das Auto des Chefs eines kleinen Fernsehsenders in die Luft gesprengt worden, der sich häufig kritisch über die Regierung von Ministerpräsident Boiko Borisow geäussert hatte. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielt sich EU- Kommissionspräsident Barroso in Sofia auf.

Bei der Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes unter dem Wagen von Sascho Dikow am Donnerstagabend sei niemand verletzt worden, sagte der Polizeichef der Hauptstadt Sofia im bulgarischen Radio. Das Auto war demnach vor Dikows Haus geparkt. Dikow sagte dem von ihm geführten TV-Sender Kanal 3, er habe keinerlei Drohung erhalten.

Die Explosion ereignete sich zeitgleich mit einem Besuch von EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Bulgarien. Am Freitag begann in Sofia zudem ein Führungstreffen der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der auch die in Bulgarien regierende bürgerliche GERB-Partei gehört.

An der Tagung nahmen auch drei EU-Kommissare aus den Ressorts Regionale Politik, Finanzen und Humanitäre Hilfe teil. Die EU wirft Bulgarien immer wieder Versäumnisse im Kampf gegen Korruption und Verbrechen vor.

Parlamentspräsidentin: «Kein Zufall»

«Eine Handlung wie diese, die auf dem ersten Blick als kriminell aussieht, ist kein Zufall», kommentierte Parlamentspräsidentin Zezka Zatschewa im Privatfernsehen bTV den Vorfall. Der Anschlag könnte das Ziel haben, die Regierung blosszustellen, sagte Dikow in einem Interview des Staatsradio.

Der Anschlag wurde gut eine Woche vor den Präsidentschafts- und Kommunalwahlen am 23. Oktober verübt. Das Balkanland erwartet vom ebenfalls am 23. Oktober stattfindenden EU-Gipfel eine positive Entscheidung über seinen ursprünglich für März 2011 geplanten Schengen-Beitritt.

Die Aufnahme Bulgariens sowie Rumäniens in den grenzkontrollfreien Raum war wegen unzureichender Bekämpfung der Korruption und Kriminalität in diesen neuen EU-Ländern aufgeschoben worden.

Bereits im Februar war vor dem Redaktionsgebäude der regierungskritischen Zeitung «Galeria» ein Sprengsatz detoniert, als ebenfalls mehrere EU-Kommissare in Bulgarien zu Besuch waren.

SDA/fko, rub

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