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Boeing reisst bei Genf Loch in Hausdach

In der Nähe des Flughafens Genf hat der Anflug eines Passagierflugzeugs ein Wohnhaus beschädigt. Grund dafür ist ein seltenes physikalisches Phänomen.

Ziegel weggeblasen: Das beschädigte Hausdach in Genthod GE. (29. August 2017)
Ziegel weggeblasen: Das beschädigte Hausdach in Genthod GE. (29. August 2017)
David Ramseier/20 Minutes
Die Hausbewohner sind mit dem Schrecken davongekommen.
Die Hausbewohner sind mit dem Schrecken davongekommen.
David Ramseier/20 Minutes
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Die Bewohner von Genthod, einer Gemeinde neben dem Flughafen Genf, sind sich gewohnt, dass 200 Meter über ihren Köpfen regelmässig Flugzeuge vorbeifliegen. Am letzten Freitag um 19.30 Uhr kam es jedoch zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall.

Die Bewohnerin eines Einfamilienhauses schaute gerade fern, als auf einmal ein heftiger Wind aufkam. «Im Garten haben die Bäume zu rauschen begonnen», erzählt sie gegenüber 20 Minutes. Ihr Ehemann, der zu diesem Zeitpunkt im Keller arbeitete, spürte einen Druck in der Luft. Dann gab es einen lauten Knall.

Ziegel hätten Baby treffen können

Grund war eine Boeing 777 im Anflug. Die dadurch erzeugte Druckwelle riss etwa 20 Ziegel vom Dach. Einige davon stürzten vor dem Hauseingang auf den Boden. «Sie hätten auch meinen drei Monate alten Sohn treffen können», sagt die junge Frau besorgt. Doch glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Das Paar rief beim Flughafen an, worauf jemand für die Protokollaufnahme vorbeikam. Da die Versicherung des Ehepaars in diesem Fall nicht bezahlt, war zunächst unklar, wer für den Schaden aufkommt. Letzten Endes hat sich aber der Flughafen bereit erklärt, die anfallenden Kosten zu übernehmen.

Heftiger Luftwirbel

«Vorfälle dieser Art sind äusserst selten und haben unseres Wissens noch nie zu Verletzungen geführt», sagt ein Sprecher des Genfer Flughafens gegenüber 20 Minutes. Den Vorfall erklärt er sich «durch eine Störung der atmosphärischen Masse, die mit dem Druck des vorbeifliegenden Flugzeugs zusammentrifft». Dadurch könne ein heftiger Luftwirbel entstehen. Darüber hinaus sei eine Boeing 777 eines der grössten Flugzeuge überhaupt, so der Flughafensprecher.

«Solche Effekte sind in der Landungsphase noch intensiver», ergänzt ein wissenschaftlicher Experte von Meteosuisse gegenüber 20 Minutes. Dabei sei das Flugzeug länger in Bodennähe als beim Start, und auch die offenen Flügelklappen würden die Störung verstärken.

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