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Britischer Kampfjet fängt pakistanisches Flugzeug ab

Eine pakistanische Maschine mit 300 Passagieren wurde vor Manchester abgefangen und umgeleitet. Zwei Männer wurden verhaftet, Meldungen über einen terroristischen Hintergrund haben sich nicht bestätigt.

Umgeleitet: Das aus Lahore kommende Flugzeug der pakistanischen Airline PIA. (Video: Reuters)

Britische Sicherheitskräfte haben ein pakistanisches Passagierflugzeug mit Kampfjets nach London umgeleitet und zwei Passagiere festgenommen. Ein Kampfflugzeug eskortierte die Maschine mit rund 300 Passagieren an Bord am Freitag zum Flughafen Stansted, wie die Behörden mitteilten.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte der Vorfall keinen terroristischen Hintergrund, aus der Fluggesellschaft PIA verlautete, dass ein Familienstreit zu dem Grosseinsatz geführt haben könnte. Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, Kampfjets vom Typ Typhoon seien wegen des Vorfalls unter Alarmbedingungen vom Militärstützpunkt Coningsby gestartet. Nach der Landung der in Lahore gestarteten Passagiermaschine in Stansted sei die Angelegenheit der Polizei überantwortet worden. Ein Ministeriumssprecher erläuterte, ein Kampfjet komme dann zum Einsatz, wenn der Pilot oder ein anderes Mitglied der Flugzeugbesatzung im britischen Luftraum einen Notruf absetze.

Das Flugzeug «in Gefahr gebracht»

Laut BBC kam das pakistanische Linienflugzeug mit etwa 300 Passagieren an Bord am Ende der Landebahn des ausserhalb Londons gelegenen Flughafens zum Stehen. Die Maschine sollte eigentlich im nordwestenglischen Manchester landen.

Nach der Landung seien zwei Männer im Alter von 30 und 41 Jahren festgenommen worden, weil sie das Flugzeug «in Gefahr gebracht» hätten, teilte ein Polizeisprecher mit. Verletzt wurde bei dem Vorfall demnach niemand.

Anscheinend handle es sich nicht um einen terroristischen Vorfall, hiess es aus Ermittlungskreisen. Eine Quelle in der Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) sagte der Nachrichtenagentur AFP, an Bord der Maschine sei eine acht- bis zehnköpfige Familie in Streit geraten. Als Besatzungsmitglieder die Streitenden aufgefordert hätten, sich zu beruhigen, hätten sie zur Antwort bekommen, sie sollten verschwinden, andernfalls werde das Flugzeug in die Luft gesprengt. Daher habe die Besatzung einen Notruf abgesetzt.

Angespannte Stimmung in London

Der Passagier Umari Nauman sagte dem Fernsehsender Sky News, die Besatzung habe die Passagiere darüber informiert, dass die zwei später festgenommenen Männer versucht hätten, ins Cockpit einzudringen. Ausserdem hätten sie Drohungen ausgestossen.

Auf dem Londoner Grossflughafen Heathrow hatte am Freitagmorgen bereits ein anderer Zwischenfall für Aufregung gesorgt: Wegen der Notlandung eines Airbus A319 von British Airways mit dem Flugziel Oslo aufgrund einer technischen Panne mussten zwei Landebahnen des weltgrössten internationalen Airports zwischenzeitlich gesperrt werden.

Der Luftwaffeneinsatz zur Eskortierung des pakistanischen Flugzeugs ereignete sich in einer ohnehin angespannten Situation. Am Mittwoch hatte der brutale Mord an einem 25-jährigen britischen Soldaten auf offener Strasse in London für Erschütterung gesorgt. Einer der beiden mutmasslichen nigerianischstämmigen Angreifer sagte, er habe den Soldaten als Vergeltung für die Tötung von Muslimen getötet.

sda/AFP/bru/fko

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