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Bub springt auf Geheiss des Lehrers in den Tod

Chinas Schulen sind für ihren Drill bekannt. Nun rüttelt ein besonders tragischer Fall das Land auf. Ein Zehnjähriger stürzte sich aus einem Fenster im 30. Stock – weil der Lehrer sagte, es sei seine einzige Option.

Protest der Angehörigen: Ein Banner mit der Aufschrift «Gebt mir meinen Sohn wieder!» vor der Primarschule des Jungen. (31. Oktober 2013)
Protest der Angehörigen: Ein Banner mit der Aufschrift «Gebt mir meinen Sohn wieder!» vor der Primarschule des Jungen. (31. Oktober 2013)
AFP

Offenbar auf Geheiss seines Lehrers ist ein zehnjähriger Knabe in China in den Tod gesprungen. Der Schüler sei wegen Quatschens im Unterricht zu einer Strafarbeit verdammt worden, berichtete das staatliche Radio auf seiner Internetseite.

Er habe eine tausend Schriftzeichen umfassende Entschuldigung schreiben sollen. Als der Junge das nicht schaffte, sagte der Lehrer laut den Berichten von Angehörigen und Nachbarn, nun könne er nur noch aus dem Fenster springen. Der Junge stürzte sich daraufhin aus dem 30. Stock in den Tod.

«Lehrer, ich schaffe das nicht»

In später gefundenen Aufzeichnungen des Zehnjährigen heisst es dem Bericht zufolge: «c. Ich bin mehrmals zurückgewichen, als ich versuchte, aus dem Fenster zu springen.» Die Familie des Jungen entrollte daher ein Spruchband vor der Schule in Chengdu im Südwesten des Landes, auf dem sie den Lehrer beschuldigte, ihr Kind zum Sprung gezwungen zu haben.

Chinas Schulen sind für ihren Drill berühmt-berüchtigt, vielen Lehrern gilt strikte Disziplin als höchstes Gut. Der Vorfall in Chengdu wird nun nach Angaben der Stadtverwaltung von der Polizei untersucht. Auf der Website der Schule wurde der Tod des Schülers als «Unfall» bezeichnet.

SDA/kle

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